10.12.2020

Kostenlose RTK-Signale für den Agrarsektor ab Februar 2021

„Mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft (BMDW) und dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) wurde nun das Verwaltungsübereinkommen zur unentgeltlichen Bereitstellung des APOS-Dienstes (Austrian Positioning Service) für die Landwirtschaft abgeschlossen. Damit steht das kostenlose Korrektursignal RTK für die heimische Landwirtschaft ab 1. Februar 2021 zur Verfügung“, teilt Bundesministerin Elisabeth Köstinger mit. „Die kostenlose Bereitstellung des RTK-Signals ist eine große Erleichterung für unsere Betriebe und ein riesiger Impuls für die Digitalisierung der heimischen Landwirtschaft. Der Zugang zu digitalen Anwendungen wird damit erheblich leichter“, so Köstinger.

Die exakte und schnelle Bestimmung der Position ist eine Grundvoraussetzung für den Einsatz von Lenksystemen sowie von autonomen Geräten und somit die Grundbedingung für die Präzisionslandwirtschaft und für umwelt- beziehungsweise tiergerechte Bewirtschaftungsmethoden. Im Regierungsprogramm ist eine kostenfreie Bereitstellung des RTK-Signals (Real Time Kinematic) für die Land- und Forstwirtschaft verankert.

Ein einheitliches, herstellerübergreifendes und kostenfreies RTK-Signal mit bundesweiter Netzabdeckung ist vor allem bei den kleinen Betriebsstrukturen in Österreich sinnvoll. Mit der freien Nutzung der RTK-Signale von APOS können noch mehr landwirtschaftliche Betriebe die enormen Potenziale der Präzisionslandwirtschaft für sich nutzen. Ein durchschnittlicher landwirtschaftlicher Betrieb erspart sich dadurch im Schnitt rund 800 Euro pro Jahr. Die Registrierung wird über die Homepage der Landwirtschaftskammer Österreich (www.lko.at) möglich sein.

Zahlreiche Vorteile für bäuerliche Betriebe

Die Nutzung des RTK-Signals bietet zahlreiche Vorteile für die landwirtschaftlichen Betriebe. Sie ermöglicht eine zentimetergenaue Positionsbestimmung bei Aussaat, Pflege und Ernte - auch bei Dunkelheit und Nebel - und sie sorgt dafür, dass es bei diesen Tätigkeiten keine Überlappungen gibt. Daraus resultiert ein entsprechendes Einsparpotenzial an Betriebsmitteln (Saatgut, Dünger, Kraftstoffe, Verschleißteile). Die teilflächenspezifische Bewirtschaftung erhöht die Effizienz, außerdem führt diese Form der Präzisionslandwirtschaft zu einer geringeren Bodenverdichtung. Insgesamt wird die Produktivität durch höheren Bedienkomfort, ermüdungsfreies Arbeiten, höhere Flächenleistung und Zeiteinsparung verbessert. Darüber hinaus wird auch die Dokumentation dieser Arbeiten am Betrieb erleichtert.

Köstinger: Win-win-Situation für Landwirtschaft und Umwelt

„Mit dem Einsatz von RTK-Signalen können Flächen effizienter und nachhaltiger bewirtschaftet werden. Das spart unseren Bäuerinnen und Bauern viel Zeit und bares Geld, es bringt somit eine Win-win-Situation für die Landwirtschaft und die Umwelt“, betont Köstinger. „Mit der unkomplizierten Zusammenarbeit unserer beiden Ministerien mit dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen geben wir der Digitalisierung der österreichischen Landwirtschaft einen wichtigen Impuls. Dass das RTK-Signal nun kostenfrei zur Verfügung steht, wird sehr viele Betriebe dazu bringen, dieses Potenzial zu nutzen und diese Anwendungen in der täglichen Arbeit am Acker und im Grünland einzusetzen“, ist die Ministerin überzeugt.

Schramböck: Vernetzte Systeme intelligent nutzen


„Die Digitalisierung hilft uns bereits in vielen Bereichen, die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal beschleunigt. Ob im täglichen Leben, in der Industrie, in den Unternehmen oder in der Landwirtschaft - der Einsatz digitaler Hilfsmittel hat längst Einzug in unsere Arbeits- und Lebenswelt gefunden“, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. „Mit der Bereitstellung der Satellitendaten unterstützen wir landwirtschaftliche Betriebe in der zukunftsweisenden Anwendung digitaler Technik. Mit der kostenlosen Bereitstellung von APOS können echtzeitfähige, intelligente, horizontal und vertikal vernetzte Systeme auch in den Bereichen ankommen, die bisher noch nicht im Mittelpunkt der Digitalisierung standen. Ich bedanke mich beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen für die unkomplizierte Bereitstellung der Daten“, unterstreicht Schramböck. (aiz)