05.11.2020

Kartoffelmarkt: Ernte im Inland größtenteils abgeschlossen

Der heimische Speisekartoffelmarkt startet gut ausgeglichen in den November. Die Ernte konnte mittlerweile, mit einigen regionalen Ausnahmen, doch zum Abschluss gebracht werden. Die Anlieferungen der Landwirte waren zuletzt schon entsprechend überschaubar. Vorrangig werden derzeit Erdäpfel aus nicht frostsicheren Lagern und Partien mit eingeschränkter Lagerfähigkeit angedient. Der Anteil an Aussortierungen bleibt dabei überdurchschnittlich hoch, berichtet die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau.

Das Inlandsgeschäft läuft für Anfang November recht zufriedenstellend. Der erneute Lockdown in Österreich dürfte den Absatz von Speisekartoffeln im heimischen Lebensmitteleinzelhandel in den nächsten Wochen zusätzlich kräftig ankurbeln. Das ohnehin schon schwache Gastro- und Großhandelsgeschäft wird im Gegenzug weiter an Boden verlieren. Am Exportmarkt gibt es noch keine neuen Impulse. Die Ausfuhren bleiben aufgrund der meist noch guten Versorgungslage in den Zielländern sowie der günstigen Offerte europäischer Mitbewerber recht überschaubar. Preislich gibt es keine Änderung zu den Vorwochen. In Niederösterreich werden für mittelfallende Ware meist 12 Euro/100 kg bezahlt. Übergrößen werden um 5 bis 8 Euro/100 kg übernommen. Für drahtwurmfreie, kleinpackungsfähige Premiumware mit AMA-Gütesiegel sind bis zu 18 Euro/100 kg zu erzielen.

Der deutsche Speisekartoffelmarkt wird derzeit überwiegend aus Zwischenlägern oder aus Provisorien versorgt. In Norddeutschland wurden aus Platzgründen sogar Feldmieten angelegt, die nun nach und nach geräumt werden. Das Angebot ist damit trotz reger Nachfrage gut bedarfsdeckend. Die Preise blieben daher meist auf dem Vorwochenniveau unverändert. Im Bundesdurchschnitt wurden für qualitativ einwandfreie Speisekartoffeln zuletzt meist zwischen 10 und 12 Euro/100 kg bezahlt. Winterläger werden kaum noch zur Versorgung herangezogen. Mit der Umstellung auf durchgeschwitzte Lagerkartoffeln werden dann entsprechende Preisaufschläge erwartet. Die europaweiten erneuten Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie dürften dem Speisekartoffelmarkt wieder zugutekommen. Die prekäre Situation bei den Pommes-Kartoffeln dürfte sich dagegen weiter zuspitzen. Freie Ware und mittlerweile auch Übermengen aus dem Vertragsanbau werden von den Einkäufern nicht mehr übernommen. (aiz)