06.10.2020

Agrarroboter im Praxiseinsatz

Arbeitskräftemangel und steigende Kosten stellen vor allem den handarbeitsintensiven Sonderkulturbereich vor wachsende Herausforderungen. 2020 startete der deutsche Agrarhandelskonzern BayWa den Vertrieb der Hackroboter des Herstellers Naio Technologies für Süddeutschland, Sachsen und das südliche Brandenburg. Nun zeigt die BayWa den Agrarroboter „Dino“ erstmals live im Praxisbetrieb beim Anwender: Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) setzt den Roboter seit dieser Saison im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit zur herbizidfreien Beikraut-Regulierung im Salat ein.

Einsatz chemischer Mittel reduzieren

„Die Einsatzmöglichkeiten und -grenzen des Hackroboters sollen ausgiebig erprobt werden, um den Landwirten und Gärtnern neutrale Empfehlungen geben zu können und zu prüfen, inwieweit ein Einsatz auch in anderen Kulturen möglich ist“, so der Leiter des Instituts für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG, Gerd Sander. Die Forschungsergebnisse sollen dabei auch in die weitere Optimierung der Agrarrobotertechnik einfließen, um diese auf die besonderen Bedürfnisse des Sonderkulturanbaus anzupassen. Es wird großes Potenzial gesehen, den Einsatz chemischer Mittel reduzieren zu können und weniger Aushilfskräfte einsetzen zu müssen, die für diese schweren Arbeiten nur sehr begrenzt verfügbar sind. Beides wird von der Gesellschaft gefordert.

Die LWG setzt „Dino“ seit August 2020 auf Versuchsparzellen im Salat ein. „In unserem Forschungsprojekt zur herbizidfreien Beikraut-Regulierung stellen wir unter Praxisbedingungen verschiedene Alternativen zum herkömmlichen Wirkstoffeinsatz auf den Prüfstand. Dabei kommt mit der Robotik modernste Technik zum Einsatz“, so LWG-Versuchsingenieurin Anna Maria Molitor. Im August war der Roboter bereits in verschiedenen Salatsorten und bei Buschbohnen im Einsatz. Durch die RTK-Steuerung (Real Time Kinematic) ist ein sehr genaues Hacken möglich. Im weiteren Projektverlauf sollen auch andere Kulturen gehackt werden, mit der Zielsetzung, die Effizienz wie Arbeitszeiten, Arbeitsgenauigkeit und nötige Nacharbeiten sowie eventuelle Anpassungen in der Kulturführung aufzuzeigen. (aiz)