01.10.2020

Zuckerrübenanbau soll in Oberösterreich deutlich forciert werden

„Die mögliche Schließung der Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf ist derzeit eines der bestimmenden Themen innerhalb der agrarischen Welt. Der Wegfall dieses Werks würde die Verarbeitungskapazität massiv einschränken, die Eigenversorgung Österreichs mit Zucker wäre nicht mehr gesichert. Verarbeitungsstätten können aber nur weiter bestehen, wenn der notwendige Rohstoff gesichert ist. Die in den letzten Jahren verstärkt auftretenden Trockenphasen samt Schädlingsbefall machen den Rübenanbau im Osten Österreichs für viele Betriebe unrentabel. Aus dieser Abwärtsspirale gilt es nun wieder herauszukommen, und die oberösterreichische Landwirtschaft wird dazu ihren Beitrag leisten“, betonte heute Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Viele Standorte in seinem Bundesland seien für den Zuckerrübenanbau sehr gut geeignet, diese Kultur sei insbesondere auch für Neueinsteiger interessant.

Pakt zur Rettung des heimischen Zuckers als gute Basis

Wie berichtet, wurden in zwei von Bundesministerin Elisabeth Köstinger einberufenen Spitzengesprächen gemeinsam Maßnahmen erarbeitet, um den Zuckerrübenanbau in Österreich wieder zu stärken und damit die Eigenversorgung mit Zucker abzusichern. Dabei wurde der "Pakt zur Rettung des heimischen Zuckers" unterzeichnet, der unter anderem eine Wiederanbauprämie von 250 Euro pro ha sowie die Intensivierung der Rüben-Forschungsaktivitäten mit einer Gesamtdotation von 1 Mio. Euro vorsieht. Eine Notfallzulassung von Neonicotinoid-haltigen Pflanzenschutzmitteln für die Saatgut-Beizung soll weiterhin möglich sein. Die Bundesländer Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Burgenland und Wien bekennen sich zur Absicherung der Rübenproduktion.

Hiegelsberger, der diese Maßnahmen mitverhandelt hat, sieht in dem Pakt eine gute Grundlage für die Steigerung des Rübenanbaus in Oberösterreich. Er ruft alle Bäuerinnen und Bauern mit geeigneten Flächen dazu auf, über die Aufnahme des Zuckerrübenanbaus nachzudenken.

Agrana-Vertragsmodell bringt Planungssicherheit

Die Agrana bietet bestehenden Rübenbauern und Neueinsteigern einen attraktiven Dreijahresvertrag bis 2022, welcher der Zuckerrübe einen signifikanten Wettbewerbsvorsprung gegenüber anderen Ackerkulturen einräumt. Garantierte Mindestpreise bedeuten Planungssicherheit für die Landwirte und im Falle eines Rübenumbruches wegen Rüsselkäferbefalls werden die Saatgutkosten nicht verrechnet. Unterstützung bietet die Agrana auch bei der überbetrieblichen Maschinenbereitstellung. Das Vertragsmodell ist eingebettet in das Maßnahmenpaket, das mit dem Agrarressort und dem Rübenbauernbund vereinbart wurde.

„Wir bieten den Landwirten mit diesem Vertragsmodell eine langfristige Perspektive. Das bringt Stabilität und Wertschöpfung für die gesamte Zuckerwirtschaft. Wir glauben fest daran, dass es machbar sein sollte, den Rübenanbau auf die erforderliche Fläche von 38.000 ha zu steigern und damit den Bestand von zwei Zuckerfabriken in Österreich zu sichern. Das ist sowohl aus Produktions- als auch aus Rohstoff- und Vertriebssicht von großer Bedeutung“, stellte Agrana-Vorstand Fritz Gattermayer fest. „In Oberösterreich konnte die Rübenfläche im vergangenen Jahr auf rund 6.300 ha ausgedehnt werden. Unser Ziel ist hier eine weitere Steigerung auf 8.000 ha. Die heuer erzielten Hektarerträge liegen zwischen 90 und 110 t und machen uns hinsichtlich eines weiteren Flächenanstiegs in Oberösterreich optimistisch“, so Gattermayer.

Start der Kontrahierung für 2021 am 1. Oktober

Am 1. Oktober starten die Kontrahierungsversammlungen. Sie werden von Agrana sowohl online als auch physisch in kleineren Gruppen unter Berücksichtigung der COVID-19-Maßnahmen angeboten. Nähere Informationen dazu sind unter https://www.agrana.com abrufbar. Die Agrana steht den Landwirten ganzjährig mit einem kompetenten Rohstoff-Team zur Seite, denn für die Entscheidungen von der Saatgutwahl bis zur Ernte ist eine kompetente Beratung, speziell für Neuanbauer, unerlässlich.