22.09.2020

Mykotoxin-Vorernte-Monitoring bei Mais: Erste Ergebnisse auf warndienst.lko.at

Auch dieses Jahr führen die Landwirtschaftskammern (LK) im Rahmen des Projektes Pflanzenschutz-Warndienst in Kooperation mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ein bundesweites Mykotoxin-Monitoring zu mehreren Terminen durch. Das Prüfnetz setzt sich aus insgesamt 32 Versuchsstandorten (der LKn und der AGES) zusammen. Dabei werden standortspezifische Mischproben gezogen und auf Deoxynivalenol, Zearalenon, Fumonisine sowie auf Aflatoxine untersucht. Die Gehaltsniveaus zur Visualisierung der Mykotoxin-Belastungen an den einzelnen Standorten sind auf warndienst.lko.at auf einer Österreichkarte mit Ampelsystem dargestellt.

Recht- und frühzeitig informiert

Die Landwirte erhalten durch das Monitoring schon während der Vegetationsperiode einen Überblick über den aktuellen Stand der Mykotoxin-Kontamination an den Maisfeldern und können dadurch mit Maßnahmen rechtzeitig reagieren, bevor die Richt- und Grenzwerte überschritten werden.

In Österreich wird Mais hauptsächlich durch Fusarium-Pilzarten (vor allem Fusarium graminearum, F. subglutinans, F. verticillioides, F. proliferatum) mit Mykotoxinen kontaminiert. Mykotoxine sind bekanntlich Giftstoffe. Es handelt sich dabei um sekundäre Stoffwechselprodukte verschiedener Pilzarten. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Verderb von Futter- und Lebensmitteln sowie deren Ausgangsstoffen sowohl in der Tier- als auch in der Humanernährung. Wenn Mykotoxine in die Nahrungsmittelkette gelangen, verursachen sie hohen wirtschaftlichen Schaden. Die Wirkung der einzelnen Toxine kann sehr unterschiedlich sein, das hat auch verschiedene Krankheitssymptome zur Folge, berichtet die Fachexpertin und Initiatorin des Mykotoxin-Vorernte-Monitorings, Vitore Shala-Mayrhofer von der LK Österreich.

Bekanntlich sind für die Infektion der Kolben mit Fusarium spp. feuchte Witterungsverhältnisse während der Kolbenblüte und je nach Fusarium-Art unterschiedlich warme Temperaturbereiche günstig, sodass es zu einer starken Variierung der durchschnittlichen Belastung der Ernte mit Mykotoxinen von Jahr zu Jahr kommen kann. In unterschiedlichen Klimagebieten herrschen zusätzlich verschiedene Fusarium-Arten vor und bilden zudem spezifische Mykotoxine aus. Ganz wesentlich ist auch die Septemberwitterung. Bei feuchtem Frühherbst ist mit höheren Mykotoxin-Belastungen zu rechnen. Hier ist ein aktueller Kenntnisstand über den Mykotoxin-Status in den Maisbeständen sowohl für Landwirte als auch für Verarbeiter besonders wertvoll.

Alle Ergebnisse sind auf der Monitoringkarte hier bereits ersichtlich.

Die zweite Beprobung der Maiskolben findet am 28. September 2020 statt. Die Ergebnisse sind am 2. Oktober auf der Internetseite des Pflanzenschutz-Warndienstes abrufbar.

Das Mykotoxin-Vorernte-Monitoring findet bereits seit 2016 in Österreich statt. Seit 2018 führen auch die Kollegen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Kooperation mit den österreichischen Landwirtschaftskammern ein Vorernte-Monitoring durch. (aiz)