21.09.2020

Monitoring von Viruskrankheiten bei Ausfallgetreide

Zum Nachweis der Viruskrankheiten Gerstengelbverzwergungsvirosen (BYDV), Getreidegelbverzwergungsvirus (CYDV), Weizenverzwergungsvirus (WDV) sowie Gerstenverzwergungsvirus (BDV) bei Ausfallgetreide, die durch Blattläuse und Zikaden übertragen werden, führten die Landwirtschaftskammern in Kooperation mit der AGES auch heuer an 76 Standorten im gesamten Bundesgebiet ein Monitoring durch. „Die Ergebnisse bestätigen die Infektion bei 24 der 76 untersuchten Proben (Standorte) mit BYDV und CYDV (Überträger Blattläuse) sowie bei 29 untersuchten Proben auf WDV, BDV (Überträger Zikaden)“, berichtet die Fachexpertin und Managerin des Pflanzenschutz-Warndienstes der LK Österreich, Vitore Shala-Mayrhofer.

Landwirte können rechtzeitig nötige Maßnahmen setzen

Das Ziel des Monitorings ist es, Landwirte über das tatsächliche Auftreten von Viruskrankheiten bei Ausfallgetreide zu informieren beziehungsweise deren Nachweis zu bestätigen.

Die Probennahme von Ausfallgetreide am Feld erfolgte durch Fachexperten der Landwirtschaftskammern und geschulte Landwirte zu Beginn der 35. Kalenderwoche (Ende August). Die Laboranalysen wurden in der 36. Woche (Anfang September) in der AGES durchgeführt und anschließend in derselben Woche die Ergebnisse auf warndienst.at veröffentlicht.

Wie aus der Praxis bekannt, sind die Schadsymptome von Viruskrankheiten bei optischen Auswertungen am Feld teilweise unspezifisch und mit abiotischen Ursachen verwechselbar. Werden bei den Laboruntersuchungen Virosen festgestellt, so ist mit einer Infektion des Wintergetreides zu rechnen, da die Krankheit über Blattläuse und Zikaden auf die nachfolgenden Getreidearten übertragen wird und diese die Infektion verursachen.

Die Bekämpfung von Viruskrankheiten ist nicht möglich, dessen rechtzeitiger Nachweis schon bei Ausfallgetreide dagegen sehr hilfreich, um die bekannten Überträger nicht außer Acht zu lassen und sie rechtzeitig zu beseitigen.

Die Folgen einer Infektion

Gerstengelbverzwergungsvirosen (BYDV), Getreidegelbverzwergungsvirus (CYDV), Weizenverzwergungsvirus (WDV) und Gerstenverzwergungsvirus (BDV) zählen zu den weltweit wichtigsten Krankheiten bei Getreide und Gräsern. Die damit infizierten Pflanzen bilden ein schlechtes Wurzelsystem und stehen bei Trockenheit noch mehr unter Stress. Demzufolge kommt es zu einer Verzögerung des Ährenschiebens, zur Reduktion des Korngewichtes und des Ertrages.

Vorzeitig und rechtzeitig agieren

Die Abklärung durch eine Laboruntersuchung ermöglicht es den Landwirten, rechtzeitig die notwendigen pflanzenbaulichen und schützenden Maßnahmen beim Anbauen solcher Getreidearten zu unternehmen und den Einsatz von vorhandenen beziehungsweise zugelassenen Insektiziden gegen Virusvektoren nur nach Sicherstellung des Befalls anzuwenden. Ein schonender Einsatz von Insektiziden bedeutet auch die Schonung der Predatoren (natürliche Feinde der Schädlinge), was der Gesundheit der Nutzpflanzen zugutekommt. Das Monitoring findet nur einmal im Jahr statt. Die Ergebnisse sind auf der Internet-Seite des Pflanzenschutz-Warndienstes abrufbar. (aiz)