21.09.2020

COPA: Christiane Lambert übernimmt Führung der europäischen Landwirte

Der europäische Bauernverband COPA hat heute Christiane Lambert zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Joachim Rukwied (DBV, Deutschland) an, der den Verband in den letzten drei Jahren geleitet hatte. Es wurden zudem sechs neue stellvertretende Präsidenten gewählt. Lambert ist Präsidentin des französischen Bauernverbandes FNSEA. Ihr Amtsantritt fällt in eine wichtige Zeit, da in den kommenden Monaten entscheidende Beschlüsse auf EU-Ebene gefasst werden, beginnend mit dem nächsten Haushalt der Union und der künftigen EU-Agrarpolitik (GAP).

Landwirtschaft für Europa von strategischer Bedeutung

„Das Vertrauen, das meine europäischen Kolleginnen und Kollegen in mich setzen, ehrt mich, aber ich weiß auch um die Aufgaben, die mit dieser Präsidentschaft einhergehen“, sagte Lambert nach ihrer Wahl. „Die Landwirtinnen und Landwirte in ganz Europa machen sich Sorgen, und die Zahl der Unwägbarkeiten ist Legion. Sei es die GAP, die Strategie 'Vom Hof auf den Tisch', der Green Deal, der Brexit oder der Aufbauplan - wir müssen in naher Zukunft auf EU-Ebene gemeinsame Antworten finden. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Landwirtschaft für Europa ein Sektor von strategischer Bedeutung ist. Die Corona-Krise hat dies deutlich gezeigt“, so die Präsidentin.

Lambert kündigte an, auf der Arbeit ihres Vorgängers Rukwied aufzubauen und die Interessen aller europäischen Landwirtinnen und Landwirte mit Stolz verteidigen zu wollen. Als neue COPA-Präsidentin listete sie einige Prioritäten für ihre Amtszeit auf, an erster Stelle nannte sie einen angemessenen Lebensunterhalt für die bäuerlichen Betriebe. Dies sei die Grundvoraussetzung für die Verwirklichung der „extrem hohen, manchmal unerreichbar scheinenden Ambitionen der EU“.

Gegen negative Darstellung der Landwirte vorgehen

„Wir von COPA sind überzeugt davon, dass die europäische Landwirtschaft in der Lage ist, gleichzeitig produktiv, wettbewerbsfähig und nachhaltig zu sein. Die GAP und der Green Deal müssen ein Produktionsziel für die EU festschreiben, damit sie für alle Menschen, Märkte und jeden Geldbeutel rückverfolgbare und gesundheitlich tadellose Lebensmittel bereithält. Europa muss die Produktion als solche schützen und darf den Agrarsektor nicht auf einen Weg in Richtung Reduzierung zwingen“, so die COPA-Präsidentin. Abschließend machte Lambert deutlich, dass sie auf EU-Ebene auch gegen falsche Vorstellungen und die negative Darstellung der Landwirte vorgehen werde. Sie rief zu einem Dialog mit allen Interessenvertretern und Landwirtschaftskritikern auf. (aiz)