08.10.2019

Niederösterreichs Bäuerinnen setzen auf Innovationen

Welche Potenziale gibt es für die bäuerlichen Betriebe, um auch in Zukunft ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften und damit die Weiterführung der Höfe zu sichern? Dieser Frage widmen sich nicht nur Agrarpolitiker, sondern auch „Die Bäuerinnen Niederösterreichs“. Sie stellten am 3. Oktober 2019 ihre Tagung „Landwirtschaft im Fokus der Bäuerinnen“ in der LFS Warth unter das Thema „Innovationen als Zukunftschance unserer Betriebe“ und zeigten Potenziale sowie spannende Praxisbeispiele auf. Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Niederösterreich, sowie die Präsidentin der Bäuerinnen NÖ, Irene Neumann-Hartberger, betonten die Bedeutung von Innovationen.

„Innovationen waren schon immer wesentlicher Faktor in der landwirtschaftlichen Betriebsentwicklung. Heute sind allerdings nicht nur neue Produktionstechnologien gefragt, sondern auch neue Erzeugnisse und Dienstleistungen. Die Österreicher sehnen sich nach regionalen Angeboten aus den für uns typischen Familienbetrieben. Daraus ergeben sich viele Chancen, die wir Bäuerinnen und Bauern aufgreifen und entwickeln sollten“, ist Schmuckenschlager überzeugt. Und Neumann-Hartberger hebt die Stärken der Frauen hervor: „Es geht nicht mehr nur ums Produzieren, sondern ganz wesentlich ums Vermarkten der tollen Lebensmittelqualitäten und bäuerlichen Angebote. Da haben viele Frauen einen deutlichen Wissensvorsprung, weil mehr als ein Drittel aller Bäuerinnen aus anderen Berufen zur Landwirtschaft stoßen.“ Sie plädiert dafür, dass jedes Betriebsleiterpaar die verschiedenen Erfahrungen und Kompetenzen aus der Landwirtschaft und anderen Bereichen bewusst wahrnimmt und für eine erfolgreiche Betriebsentwicklung bündelt.

Landwirtschaftskammer als Innovationsplattform

Schmuckenschlager unterstreicht, wie er als LK-Präsident verstärkt zur Erschließung neuer Wege beitragen will: „Wir bieten umfassende Bildungs- und Beratungsangebote an und betreiben schon jetzt federführend mehrere Innovationsprojekte wie etwa zum bodenschonenden Pflanzenbau, zur Digitalisierung oder zum Knoblauch. Wir beauftragen Studien und arbeiten intensiv mit Hochschulen zusammen. Auch unser eigenes Betriebsrestaurant nutzen wir, um Praxiserfahrungen bei neuen Absatzkanälen zu sammeln. Und selbstverständlich wollen wir als Interessenvertretung die regionalen Absatzmöglichkeiten für die österreichischen Qualitätslebensmittel weiter ausbauen, daher setzen wir uns vehement für eine lückenlose Herkunftskennzeichnung ein.“

Vielfältige Innovationspotenziale für die bäuerliche Landwirtschaft

Johanna Rohrhofer vom Netzwerk Zukunftstraum Land präsentierte die Ergebnisse der Innovationsanalyse für die österreichische Landwirtschaft, die das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) beauftragte. Um mehr Wertschöpfung auf den Höfen zu schaffen, definiert sie vier Innovationsfelder: neue Formen der Zusammenarbeit, neue Formen der Bewirtschaftung und Verarbeitung, pflanzliche Produkte aus regionalem Anbau und tierische Produkte mit hohem Tierwohl. Vier Praxisbetriebe ermöglichten spannende Einblicke in ihre Wege und gaben praktische Erfahrungen. lk-projekt rundete die Tagung ab, indem sie ihre Beratungs- und Begleitungsangebote für innovative Vorhaben vorstellte.

Präsentationen und Downloads zur Tagung sind hier zu finden, alle Informationen zu den Beratungsangeboten hier. (aiz)