07.10.2019

Heimische Erdäpfelernte wird in Kürze abgeschlossen

Die diesjährige Speiseerdäpfelernte ist so gut wie abgeschlossen. Bei Stärke- und Speiseindustrieware läuft sie noch auf Hochtouren. Trotz der erneut herausfordernden Witterung und der regional unterschiedlichen Erträge geht die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau (IGE) von einer etwas höheren Erntemenge als 2018 und sehr guten Qualitäten aus, was die Versorgungslage verbessert.

Das abgelaufene Erdäpfeljahr brachte einige Herausforderungen mit sich. Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall hatten dazu geführt, dass der Inlandsmarkt nicht durchgehend mit Ware versorgt werden konnte. Stattdessen fanden sich vermehrt Importe aus Ländern wie Frankreich, Ägypten oder Israel in den Regalen. Ab Ende April wurde nur mehr vereinzelt österreichische Ware angeboten. Beim Griff ins Einkaufsregal gilt in so einem Fall - stärker denn je - darauf zu achten, was man kauft. Ein Garant für heimische Qualität ist das AMA-Gütesiegel. Die Landwirte haben auf den Versorgungsengpass aktiv reagiert und sich bemüht, mithilfe von Flies- und Folienabdeckungen die ersten „Heurigen“ früher als sonst auf den Markt zu bringen. Der kühle Mai hat das Pflanzenwachstum allerdings etwas gebremst und so konnten erst im Juni wieder heimische Erdäpfel in ausreichender Menge angeboten werde.

Gute Qualitäten bei regional unterschiedlichen Erträgen

Mehr als 5.000 Bäuerinnen und Bauern sorgen in Österreich dafür, dass die Verbraucher Erdäpfel in bester Qualität auf den Teller bekommen. Sie erfüllen damit die hohen Ansprüche der Konsumenten. Die Trockenheit hat der Erdäpfelbranche jedoch auch dieses Jahr zugesetzt - zum dritten Mal in Folge. Aufgrund der fehlenden Niederschläge sind die Knollen heuer eher klein geblieben. Sie sind somit ideal für Salate und Beilagen. „Die Erträge sind regional unterschiedlich. In manchen Gegenden hat es nach dem heißen, trockenen Juni ab Juli Niederschläge gegeben. In anderen Regionen wiederum kämpften die Landwirte weiterhin mit starker Trockenheit. Trotz allem dürfte die Erntemenge aber doch über dem sehr geringen Vorjahreswert liegen. Allerdings gehen wir momentan davon aus, dass aufgrund der guten Qualitäten der heimischen Erdäpfel heuer nicht so viel aussortiert werden muss. Somit steht mehr Ware zum Verkauf zur Verfügung“, erklärt IGE-Obmann Franz Wanzenböck.

Auf einzelnen Flächen hat der Drahtwurm auch heuer wieder enorme Schäden verursacht, in Summe ist die Problematik aber weit geringer als zuletzt. „Daher sind wir zuversichtlich, den heimischen Markt wieder ganzjährig versorgen zu können, und das mit guten Qualitäten“, zeigt sich Wanzenböck optimistisch.

Bedarf an Beregnungsmöglichkeiten steigt


Unterschiedlich hohe Erträge zeigen sich auch bei den Stärkekartoffeln, die überwiegend im Waldviertel wachsen. Speiseindustrieerdäpfel für die Pommes- und Chipsproduktion werden mittlerweile überwiegend in Regionen gepflanzt, wo beregnet werden kann, da sie sonst kaum die nötige Größe erreichen können. Nur auf etwa 20% der gesamten niederösterreichischen Erdäpfelfläche ist die Bewässerung möglich. In Anbetracht des Klimawandels und der damit verbundenen Sommertrockenheit wäre der Bedarf aber weitaus größer, um Qualitäten und Mengen auch künftig gewährleisten zu können. (aiz)