26.09.2019

Zuckerrübenanbau ist aktiver Beitrag zum Klimaschutz

„Der Klimawandel und die Forderung nach mehr Klimaschutz sind in letzter Zeit immer mehr in die öffentliche Wahrnehmung getreten. In der Diskussion fehlt es aber meist an konkreten Lösungsansätzen. Die österreichischen Rübenbauern können beitragen, dabei Teil der Lösung zu sein“, dies stellte heute der Präsident der österreichischen Rübenbauern, Ernst Karpfinger, fest und verwies auf die entsprechenden Umweltleistungen: „1 ha Zuckerrüben bindet während der Vegetationsphase in einem Jahr den Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 15 Autos oder 300.000 gefahrenen Kilometern. Gleichzeitig wandelt die Zuckerrübe durch die Fotosynthese das Kohlendioxid in Sauerstoff für den Jahresbedarf von 100 Menschen um. Die Zuckerrübe hat in dieser Hinsicht die beste Leistung unter den Ackerkulturen.“

In Österreich werden derzeit von 6.000 Rübenbauern etwa 40.000 ha Zuckerrüben angebaut. Die gesamte Rübenanbaufläche bindet somit jährlich den CO2-Ausstoß von 600.000 Autos oder zwölf Millionen gefahrenen Kilometern und liefert eine Sauerstoffmenge für knapp die Hälfte der österreichischen Bevölkerung.

„Die gegenwärtig politische Situation gefährdet allerdings die Absicherung dieser Umweltleistungen, denn durch die gesetzten Liberalisierungsschritte hat der Zuckerrübensektor in den letzten Jahren stark an Attraktivität verloren und viele Rübenbauern zum Aufgeben bewegt“, gab Karpfinger zu bedenken.

Mercosur setzt heimische Produktion unter Druck

„Die abgeschlossenen Freihandelsabkommen in der Vergangenheit sowie das aktuell diskutierte Mercosur-Abkommen setzen die Produktion noch weiter unter Druck. Es war und ist eine grundsätzliche Fehlentscheidung, die Erzeugung von Grundnahrungsmitteln am Altar des Freihandels zu opfern, damit eine regionale Erzeugung zu verdrängen und zusätzlich die Eigenversorgung zu gefährden“, kritisiert der Präsident. Gleichzeitig fordert der oberste Rübenbauernvertreter, die völlig unnötigen Transporte von Produkten wie Zucker, die hierzulande in ausreichenden Mengen verfügbar sind, zu stoppen, denn der Transport über die Weltmeere sei mit Sicherheit klimaschädlich.

Praxisfremde Auflagen gefährden Rübenanbau

„Leider haben die Rübenbauern aber noch mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen, die eine wirtschaftliche Rübenproduktion massiv erschweren. Gesellschaftspolitische Diskussionen über Pflanzenschutz, die von angstmachenden NGOs initiiert wurden, bewegen immer mehr Politiker, den Forderungen dieser Gruppierungen nach immer höheren, nahezu unerfüllbaren Auflagen in der Produktion nachzugeben. Das verschärft die prekäre Situation im Zuckerrübenanbau und führt außerdem zu Wettbewerbsverzerrungen gegenüber den Importländern außerhalb der EU“, warnte Karpfinger. Es liege daher an der österreichischen und europäischen Politik, die notwendigen Rahmenbedingungen für die heimische Zuckerrübenproduktion abzusichern und Wettbewerbsgleichheit herzustellen, „denn nur so können die klimarelevanten Vorzüge der Zuckerrübe in Österreich genutzt werden.“ (aiz)