16.09.2019

Pflanzenschutz: Mykotoxin-Vorernte-Monitoring bei Mais für 2019 gestartet

Im Rahmen des Projektes Pflanzenschutz-Warndienst führen die österreichischen Landwirtschaftskammern in Kooperation mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auch dieses Jahr ein österreichweites Mykotoxin-Monitoring an mehreren Terminen durch. Das Prüfnetz setzt sich aus insgesamt 32 Versuchsstandorten (der LKs und der AGES) zusammen. Es werden dabei standortspezifische Mischproben gezogen und auf Deoxnivalenol, Zearalenon, Fumonisine und auf Aflatoxine untersucht. Die Höhe der Mykotoxin-Belastung an den einzelnen Standorten ist auf warndienst.lko.at auf der Österreichkarte in einem Ampelsystem dargestellt. Die Landwirte erhalten durch das Monitoring die Möglichkeit, schon während der Vegetationsperiode einen Überblick über den aktuellen Stand der Mykotoxin-Kontamination auf den Maisfeldern zu bekommen und können dadurch mit Maßnahmen rechtzeitig reagieren, bevor die Richt- und Grenzwerte überschritten werden.

Mykotoxine können hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen

In Österreich wird Mais hauptsächlich durch Fusarium-Pilzarten (vor allem Fusarium graminearum, F. subglutinans, F. verticillioides, F. proliferatum) mit Mykotoxinen kontaminiert. Mykotoxine sind bekanntlich Giftstoffe, es handelt sich dabei um sekundäre Stoffwechselprodukte verschiedener Pilzarten. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Verderb von Futter- und Lebensmitteln und deren Ausgangsstoffen sowohl in der Tier- als auch in der Humanernährung. Wenn sie in die Nahrungsmittelkette gelangen, können sie hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Die Wirkung der einzelnen Toxine kann sehr unterschiedlich sein, das hat auch verschiedene Krankheitssymptome zur Folge.

Für die Infektion der Maiskolben mit Fusarium-Pilzarten sind feuchte Witterungsverhältnisse während der Kolbenblüte und je nach Art unterschiedlich warme Temperaturbereiche günstig, sodass es bei der durchschnittlichen Belastung der Ernte mit Mykotoxinen von Jahr zu Jahr zu großen Unterschieden kommen kann. In den einzelnen Klimagebieten herrschen zusätzlich verschiedene Fusarium-Arten vor und bilden zudem spezifische Mykotoxine aus. Wesentlich ist auch die September-Witterung. Bei feuchtem Frühherbst ist mit höheren Mykotoxin-Belastungen zu rechnen. Daher sind aktuelle Informationen über den Mykotoxin-Status in den Maisbeständen sowohl für Landwirte als auch Verarbeiter besonders wertvoll.

Initiiert durch Vitore Shala-Mayrhofer, Managerin des Projektes Pflanzenschutz-Warndienst, findet das Mykotoxin-Vorernte-Monitoring bereits seit 2016 in Österreich erfolgreich statt. Seit letztem Jahr führen in Kooperation mit der LK Österreich auch die Kollegen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ein derartiges Monitoring beim Mais durch. Alle aktuellen Ergebnisse sind bereits auf der Monitoringkarte ersichtlich. (aiz)