02.09.2019

Monitoring von Viruskrankheiten bei Ausfallgetreide

Zum Nachweis von Viruskrankheiten bei Ausfallgetreide, die durch Blattläuse und Zikaden übertragen werden, führen die Landwirtschaftskammern in Kooperation mit der AGES an mehr als 70 Standorten in Österreich ein Monitoring durch und bieten demnächst die aktuellen Ergebnisse auf der Homepage warndienst.at an.

Die Probennahme von Ausfallgetreide am Feld erfolgt durch Fachexperten der Landwirtschaftskammern und durch eingeschulte Landwirte Anfang der 35. Kalenderwoche (Ende August). Die Laboranalysen (ELISA und PCR) werden in der 36. Woche (Anfang September) in der AGES durchgeführt und die Ergebnisse anschließend in derselben Kalenderwoche auf warndienst.at veröffentlicht. Untersucht werden folgende Viruskrankheiten: Gerstengelbverzwergungsvirosen (BYDV), Getreidegelbverzwergungsvirus (CYDV), Weizenverzwergungsvirus (WDV) und Gerstenverzwergungsvirus (BDV).

Landwirte können rechtzeitig nötige Maßnahmen setzen

Das Ziel des Monitorings ist es, Landwirte über das tatsächliche Auftreten von Viruskrankheiten bei Ausfallgetreide zu informieren beziehungsweise deren Nachweis zu bestätigen. Wie aus der Praxis bekannt, sind die Schadsymptome von Viruskrankheiten bei optischen Auswertungen am Feld teilweise unspezifisch und mit abiotischen Ursachen verwechselbar. Werden bei den Laboruntersuchungen Virosen festgestellt, so ist mit einer Infektionsgefahr des Wintergetreides zu rechnen, da die Krankheit über Blattläuse und Zikaden auf die nachfolgenden Getreidearten übertragen wird und diese die Infektion verursachen.

Die Abklärung durch die Laboruntersuchung ermöglicht es den Landwirten, rechtzeitig die nötigen pflanzenbaulichen und schützenden Maßnahmen beim Anbauen solcher Getreidearten zu ergreifen und den Einsatz zugelassener Insektizide gegen Virusvektoren nur nach Sicherstellung des Befalls anzuwenden. Ein gezielter Einsatz von Insektiziden bedeutet auch die Schonung der Predatoren (natürliche Feinde der Schädlinge), was der Gesundheit der Nutzpflanzen zugutekommt. Das Monitoring findet nur einmal im Jahr statt.

Die Folgen einer Infektion

Getreidevirosen zählen zu den weltweit wichtigsten Krankheiten bei Getreide und Gräsern. Die mit dem Virus infizierten Pflanzen bilden ein schlechtes Wurzelsystem und stehen bei Trockenheit noch mehr unter Stress. Demzufolge kommt es zu einem Ausbleiben beziehungsweise zu einer Verzögerung des Ährenschiebens sowie zur Reduktion des Korngewichtes und des Ertrages.

Bekämpfung von Viruskrankheiten

Eine Bekämpfung von Viruskrankheiten ist nicht möglich. Der effektivste Weg ist daher, die Überträger dieser Krankheit (Blattläuse und Zikaden) vor- und rechtzeitig zu beseitigen. Der Anbauzeitpunkt und der Anbau von virustoleranten und -resistenten Sorten sind die umweltschonenden und guten Alternativen zur chemischen Bekämpfung. (aiz)