28.05.2019

Kartoffelmarkt: Alterntige Importware dominiert in den Handelsregalen

Im heimischen Lebensmitteleinzelhandel geht der Sortimentsumbau bei Kartoffeln langsamer vonstatten als ursprünglich gedacht. Mangels Alternativen muss der Handel eine weitere Woche fast ausschließlich mit Ware der alten Ernte aus Frankreich sowie israelischen und ägyptischen Frühkartoffeln versorgt werden, berichtet die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau. Zu Wochenbeginn gab es zwar die ersten Heurigen aus den steirischen und burgenländischen Frühgebieten für den Einzelhandel. Bei durchwegs reichlichem Ansatz ist die Knollengröße in der Regel aber noch sehr klein. Die Hektarerträge fallen mit rund 10 bis 15 t entsprechend enttäuschend aus und die verfügbaren Mengen sind somit überschaubar. Der erste Erzeugerpreis für Heurige lag zu Wochenbeginn mit 60 Euro pro 100 kg deutlich über den vergangenen Jahren. In den niederösterreichischen Frühgebieten wie dem Marchfeld sind die ersten größeren Rodungen am kommenden Wochenende geplant.

Auch die deutschen Frühkartoffeln entwickeln sich unter dem Einfluss von Nässe und Kälte momentan langsamer als erwartet. Nicht im Südwesten und schon gar nicht im Norden Deutschlands gibt es nennenswert Kartoffeln in annähernd brauchbarer Größe oder mit Stärkegehalten, die ein baldiges Abreifen ermöglichen. Der Beginn mit der Reifeförderung und somit auch der Start mit festschaligen Frühkartoffeln dürften sich voraussichtlich um eine weitere Woche nach hinten verschieben. Importierte Frühkartoffeln zur Bedarfsdeckung sind entsprechend gesucht. Zuletzt wurden schon Preise für Frühkartoffeln aus Israel von bis zu 88 Euro/100 kg und für spanische bis zu 92 Euro/100 kg genannt. (aiz)