09.05.2019

Kartoffelmarkt: Importe aus dem Mittelmeerraum nehmen zu

Die Vermarktung der heimischen Speisekartoffelernte 2018 ist mit Anfang Mai praktisch abgeschlossen. Einige Händler liefern noch ihre allerletzten Restbestände aus ihren Lägern an den Lebensmitteleinzelhandel. Bei den Landwirten liegen schon seit längerer Zeit keine Erdäpfel mehr für die Händler. Die Supermärkte müssen nun verstärkt auf Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum zurückgreifen. Angesichts der schwachen europäischen Kartoffelernte sind diese aber nicht nur in Österreich, sondern in vielen westeuropäischen Ländern begehrt und dürften h euer ebenfalls entsprechend rasch ausverkauft sein.

Die Auspflanzungen von Erdäpfeln gingen im Inland unter guten Bedingungen über die Bühne. Laut der ersten Schätzung von Statistik Austria dürfte dabei mit rund 23.600 ha nahezu gleich viel wie im Vorjahr ausgepflanzt worden sein. Die Frühkartoffelbestände entwickeln sich bislang gut, die Auswirkungen der jüngsten Frostnächte in Teilen der Steiermark und dem Burgenland sind noch schwer abzuschätzen. Die ersten österreichischen Heurigen für den Lebensmitteleinzelhandel werden für Ende Mai erwartet, berichtet die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau.

Der deutsche Speisekartoffelmarkt hängt Anfang Mai fast vollständig von Importen von Frühkartoffeln aus Ägypten und Israel ab. Lagerware aus Deutschland ist selbst in Regionen, in denen sonst lange gelagert wird, geräumt. Auch aus Frankreich gibt es nicht mehr viele Lagerkartoffeln, und die Preise dafür zogen noch einmal kräftig auf knapp 50 Euro/100 kg an. Ägyptische Ware wurde zuletzt um 70 Euro/100 kg gehandelt und Frühkartoffeln aus Israel sind für Käufer nicht mehr unter 75 Euro zu bekommen. (aiz)