09.05.2019

ÖKL-Praxisseminar zum „Automatischen Hacken“

Der Pflanzenschutz, insbesondere die Beikrautregulierung, ist im Biolandbau oft noch mit viel Handarbeit verbunden. Automatische Steuerungen versprechen eine Arbeitserleichterung, angebotene Produkte sind aber nicht billig und ein überbetrieblicher Einsatz von Hackgeräten ist nur dann gut umsetzbar, wenn die Anbausysteme der einzelnen Betriebe aufeinander abgestimmt werden. Daher hat das ÖKL am 13. Juni 2019 ein eintägiges Praxisseminar zum Thema an der Versuchswirtschaft der Boku in Groß-Enzersdorf organisiert.

Darin werden zu Beginn die Beikräuter genauer unter die Lupe genommen. Swen Follak, Herbologe bei der AGES, wird auf Schadwirkungen und „Schwachstellen“ von Unkräutern eingehen und erklären, wie sie mit den Kulturpflanzen interagieren, die Frage „Wieviel Unkraut darf sein oder ist sogar erwünscht?“ beantworten sowie wichtige Hinweise zur Biologie, Prävention und Kontrolle von Ackerunkräutern geben.

Anschließend wird Beat Vinzent von der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft einen Überblick über den Stand der Technik bei automatischen Hackgeräten bringen. Vor allem eine ausgereifte Kameratechnik ist ausschlaggebend für gut funktionierende Hackgeräte, denn erst wenn die Kulturpflanze eindeutig erkannt wird, kann das Hackgerät zielgerecht angesteuert werden.

Praxiserfahrungen zum Hacken in der Reihe mit kameragestützten Systemen wird Roman Romstorfer (AGROM) mit den Seminarbesuchern teilen. Ganz ohne Kameratechnik kommt das RTK-Signal-gesteuerte System von SBG aus, dieses wird von Stefan Rennhofer von der Pamberger Landtechnik vorgestellt. Bei autonomen Hackrobotern gab es in den vergangenen Jahren einige Neuentwicklungen. Matthias Göttinger, Digital Farming-Experte bei RWA, wird seine Erfahrungen mit den Robotern „Oz“ und „Dino“ (NAIO) präsentieren sowie die Teilnehmer der „Robotics Challenge 2019“ vorstellen.

In gewohnter Weise folgen den Vorträgen am Vormittag die Praxisvorführungen verschiedener Hersteller am Nachmittag. Beat Vinzent wird diese als firmenunabhängiger Experte kommentieren. Das Praxisseminar findet von 8.30 bis 15.30 Uhr auf dem Gelände der Versuchsanstalt der Boku (Schloßhofer Straße 31, 2301 Groß-Enzersdorf) statt. Die Teilnahmegebühr beträgt gefördert 95 Euro (für Teilnehmer mit einer landwirtschaftlichen Betriebsnummer) beziehungsweise ungefördert 190 Euro (ohne landwirtschaftliche Betriebsnummer). Anmeldungen unter www.oekl.at (aiz)