30.04.2019

Änderungen im Anerbenrecht erleichtern Hofübernahmen

Ziel des Anerbenrechts ist es, eine Zersplitterung bäuerlichen Grundbesitzes zu verhindern. „Die gesetzlichen Grundlagen dafür wurden aber seit 30 Jahren nicht an die modernen Gegebenheiten angepasst“, ist ÖVP-Abgeordneter und Junglandwirt Klaus Lindinger erfreut über die kürzlich vorgenommene Novellierung im Plenum des Nationalrates, der neben den Regierungsparteien auch SPÖ und NEOS zugestimmt haben. Vor allem zwei wesentliche Forderungen, die Bauernbund und Jungbauern in den letzten Jahren immer wieder einmahnten, wurden nun umgesetzt: die Verankerung der Forstbetriebe im Anerbengesetz sowie die Anpassung der Ertragsgrenzen für einen Erbhof.

Diese Sonderform des Erbrechts umfasst alle gesetzlichen Bestimmungen, die den ungeteilten Übergang eines Bauernguts - eines sogenannten Erbhofs auf einen von mehreren Miterben - den Anerben gewährleisten. „Mit der Neudefinition des Erbhofs, wonach dieser künftig nur mehr so viel Ertrag abwerfen muss, um eine erwachsene Person statt bisher zwei Personen zu erhalten, kommt es vor allem für Jungbäuerinnen und Jungbauern zu wesentlichen Erleichterungen“, ist Lindinger überzeugt.

Die Senkung der Erbhof-Untergrenze trägt laut dem Abgeordneten auch den veränderteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Vielfalt der Betriebe Rechnung. Die Mehrheit der bäuerlichen Betriebe in Österreich wird im Nebenerwerb geführt, da sie vom land- oder forstwirtschaftlichen Ertrag allein nicht mehr leben können. „Nun werden diese Erbbetriebe, die oft seit über hundert Jahren von Familien bewirtschaftet werden, vor der Zerschlagung oder Auflösung durch Erbteilung geschützt“, begründet Lindinger die notwendige Änderung zum Erhalt einer flächendeckenden und intakten Land- und Forstwirtschaft in Österreich. (aiz)