30.04.2019

Enorme Schadholzmengen im Jahr 2018 verzeichnet

„Die Holzeinschlagsmeldung aus 2018 und die Daten der Waldinventur zeigen, dass mehr Holz in unseren Wäldern wächst als entnommen wird. Große Trockenheit, Schneebruch sowie Sturmschäden führten aber auch im vergangenen Jahr zu hohen Mengen an Schadholz und es bedarf daher effektiver Sofortmaßnahmen und Investitionen“, stellte Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger am vergangenen Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Salzburger Agrarlandesrat Josef Schwaiger nach der Besichtigung eines Schutzwaldes fest.

Die Daten der Holzeinschlagsmeldung 2018 ergeben, dass die Holzerntemenge im österreichischen Wald gegenüber 2017 um mehr als 8 % gestiegen ist. „Insgesamt wurden 19,2 Mio. Erntefestmeter nachhaltig genutzt. Dem steht laut jüngster Waldinventur ein jährlicher Gesamtzuwachs in der Höhe von zirka 30 Mio. Vorratsfestmeter gegenüber. Das zeigt, dass unser Wald nachhaltig bewirtschaftet wird. Dennoch war 2018 aufgrund von verheerenden Sturmschäden sowie Dürreperioden ein schwieriges Jahr für unsere Wälder und für deren Eigentümer“, so Köstinger.

Schadholz-Situation auch im Land Salzburg angespannt

„Der schneereiche Winter mit intensiven Niederschlägen Anfang Jänner hat seine Spuren im Land Salzburg hinterlassen. Während solche Schäden in Normaljahren sehr lokal begrenzt auftraten, ist im Jahr 2019 Schaden in allen Bezirken zu verzeichnen. Momentan sind bereits Schadholzmengen von 180.000 Festmeter durch den Landesforstdienst begutachtet worden, die Menge wird sicherlich die Marke von 300.000 Festmeter übersteigen. Für den Borkenkäfer gilt bei uns eine Vorwarnstufe. Die Gefährdungslage ist durchaus gegeben, der Landesforstdienst hat bereits in den Wintermonaten Informationsveranstaltungen in jenen Gebieten, die im Jahr 2018 schon stärker betroffen waren, abgehalten. Das Schadholz in Zusammenhang mit einer Aktivität des Borkenkäfers seit Anfang April wirkt ähnlich wie Fangbäume. Es muss aber unbedingt rechtzeitig aus dem Wald gebracht werden. Erst unter dieser Bedingung ist ein aktives Bekämpfen einer negativen Entwicklung gewährleistet“, sagte Schwaiger.

„Das vergangene Jahr hat aber auch gezeigt, dass es neben der Wiederaufforstung vor allem Sofortmaßnahmen braucht. Es muss das oberste Ziel sein, Schadholz so rasch wie möglich aus dem Wald zu entfernen, um einen weiteren Befall oder Schaden zu vermeiden. Daher wird die Ausnahmeregelung zur Schadholzlagerung auf beihilfefähigen Flächen bis Ende März 2020 verlängert und aufgrund der vorhersehbaren Borkenkäfersituation wird die Einrichtung und Betreibung von Nasslagern in Zukunft mit bis zu 80 % gefördert“, erklärte Köstinger und stellte abschließend mit einem Appell an die Industrie klar: „Heimisches Holz kaufen, heißt unsere Waldbauern zu unterstützen und somit einen Beitrag zu leisten, dass Schadholz rasch aus den Wäldern abtransportiert und verarbeitet wird. Das muss in unser aller Interesse sein.“ (aiz)