15.04.2019

Bundesforschungszentrum für Wald warnt vor neuer Borkenkäfer-Massenvermehrung

Nach den Borkenkäferschäden und Herbststürmen 2018 sowie den Schneebrüchen zu Jahresbeginn geht das Waldschutzjahr heuer ähnlich unerfreulich weiter. „Die Ausgangslage ist höchst besorgniserregend, eine weitere Borkenkäfermassenvermehrung droht“, warnt Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). „In unseren Wäldern befindet sich momentan viel bruttaugliches Schadholz. Wir können die Lage allerdings wesentlich entschärfen, wenn wir jetzt die richtigen Maßnahmen ergreifen“, fasst Mayer die Situation zusammen. Die Populationsdichten der „gefährlichen“ Borkenkäferarten seien in den Schadensgebieten extrem hoch. Kontrollen der vorhandenen Bruten, beispielsweise im Waldviertel, hätten vitale und weitgehend ausgereifte, also ausflugbereite Käfer zutage gebracht, ist der Experte alarmiert.

Auch in den südlichen und westlichen Landesteilen Österreichs befinde sich nach den Stürmen im Herbst 2018 und den Schneebrüchen Anfang 2019 viel bruttaugliches Holz. Dieses könnte der Ausgangspunkt für eine weitere Massenvermehrung der Borkenkäfer sein, wenn es nicht rechtzeitig entfernt und brutuntauglich gemacht werde. „Befallenes Holz und geworfenes oder gebrochenes Material müssen umgehend aus dem Wald entfernt und behandelt werden. Denn mit steigenden Temperaturen fliegen die Käfer Anfang April wieder aus, um neue Bäume zu befallen“, appelliert Gottfried Steyrer vom Institut für Waldschutz des BFW an alle Waldbesitzer.

Käferholz auf neuerlichem Rekordhoch

Im Jahr 2018 lag die Zahl der durch diverse Borkenkäferarten geschädigten Holzmenge bei 5,2 Mio. Vorratsfestmetern (Vfm), wie aus den österreichweiten Erhebungen der Bezirksforstdienste in der Dokumentation der Waldschädigungsfaktoren (DWF) hervorgeht. Damit wurde der Rekordwert des Jahres 2017 um fast die Hälfte übertroffen. Zum Vergleich: Pro Jahr wird in Österreich etwa eine Holzmenge von 19,2 Mio. Erntefestmetern geschlagen (Quelle: Holzeinschlagsmeldung 2018).

Die höchsten Schäden weist Niederösterreich mit 3,3 Mio. Vfm auf. Aus Oberösterreich wurden knapp 1 Mio. Vfm gemeldet und in Vorarlberg verdoppelte sich die Schadensmenge auf 37.000 Vfm. Kärnten (272.000 Vfm), die Steiermark (257.000 Vfm) und Salzburg (120.000 Vfm) verzeichneten einen Rückgang. Im Burgenland (131.000 Vfm) und in Tirol (118.000 Vfm) blieb die Menge etwa gleich, berichtet das Bundesforschungszentrum für Wald. (aiz)