15.04.2019

Niederösterreich: Start der Kampagne „Wir für Bienen“

„Damit das Naturland Niederösterreich jetzt im Frühling wieder aufblühen kann, dafür braucht es Millionen von Insekten, die unsere Blühpflanzen bestäuben, darunter Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und vor allem Honig- und Wildbienen“, sagte heute LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf im Haus für Natur in St. Pölten, wo er gemeinsam mit LK NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager, der Junglandwirtin Elisabeth Kern und dem Imkermeister Wolfgang Messner die neue Kampagne „Wir für Bienen“ vorstellte.

„Zum Erblühen des Landes braucht es aber auch unsere Bäuerinnen und Bauern, die mit ihrer umweltgerechten Bewirtschaftung täglich im Einklang mit der Natur leben und arbeiten. Landwirtschaft und Artenvielfalt sind in Niederösterreich keine Gegensätze, unsere Bienen und unsere Bauern sind untrennbar miteinander verbunden. Die Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt, denn Wiesen, Felder, Blühstreifen und Wälder sind für Bienen und viele andere Lebewesen wertvolle Ökosysteme, die es zu schützen gilt“, so Pernkopf.

„Niederösterreich verzeichnet mit über 600 verschiedenen Wildbienenarten die höchste Bienendiversität aller mitteleuropäischen Staaten, mit mehr Bienenarten als beispielsweise ganz Deutschland“, betonte Imkermeister Messner. Junglandwirtin Kern verwies auf die Bedeutung von Schule und Landwirtschaft sowie das notwendige Verständnis der Bevölkerung, um das heimische Modell der kleinstrukturierten Familienbetriebe für die Zukunft sichern zu können.

Miteinander zwischen Bauern und Bienen aufzeigen

Die neue gemeinsame Kampagne „Wir für Bienen“ soll gleichermaßen informieren und motivieren, das Miteinander zwischen Bauern und Bienen aufzeigen sowie dafür sorgen, dass das Naturland Niederösterreich auch morgen noch so bunt blüht. „Die Kampagne soll das Wissen über die Leistungen der Insekten sowie über die Anstrengungen der heimischen Landwirtschaft in den Vordergrund stellen“, erläuterte Pernkopf und verwies bei den auf die Bestäubung durch Insekten angewiesenen landwirtschaftlichen Kulturen insbesondere auf Gurken, Kürbis und Paradeiser, aber auch auf Äpfel und Marillen sowie Raps, Sonnenblumen, Luzerne und viele Kleearten, die von den Bienen profitieren.

Biodiversitätsflächen geben Bienen Heimat

„Die Bauern geben auf insgesamt 230.000 ha blühenden Feldern den Bienen Heimat: 112.000 ha Begrünungs- und Biodiversitätsflächen sind wertvolle Ökosysteme, 23.000 ha Raps sind die Lieblingsnahrung für Bienen, 17.000 ha Sonnenblumen sind Bienen-und Augenweiden gleichzeitig, 12.000 ha Kürbis sorgen für Speiseöl. Dazu kommen noch die 770.000 ha Waldflächen, mehr als 40% der Landesfläche, welche die Grundlage für den Waldhonig liefern“, hielt Pernkopf fest und hob hervor, dass Niederösterreichs Bauern und Bäuerinnen Öko-Weltmeister seien: 90% nehmen am Umweltprogramm teil, 60% legen Biodiversitätsflächen an, 20% aller Betriebe wirtschaften biologisch.

Schmuckenschlager: Maßnahmen zur Hebung der Biodiversität forciert

„Bauern geben Bienen eine Heimat - das ist kein Werbeslogan, sondern es zeigt die Umweltleistungen unser Landwirtschaft auf. Mit seinen umfangreichen rechtlichen Rahmenbedingungen ist Österreich hier Vorreiter, nur 2-6 % unserer Pflanzenschutzmittel sind Insektizide. Deren permanente Weiterentwicklung und zusätzliche Maßnahmen zur Hebung der Biodiversität tragen dazu bei, bestmögliche Lebensmittel für alle produzieren zu können“, sagte LK-Präsident Schmuckenschlager. Im Zuge der Kampagne wird es niederösterreichweit Feldaufsteller geben, die zeigen, wo die Bauern den Bienen Heimat geben. Zudem wird in der „Woche der Artenvielfalt“ vom 19. bis 26. Mai bei Wiesenfesten, Wanderungen usw. auf die Bedeutung des Themas hingewiesen. (aiz)