09.04.2019

Reisecker kritisiert Aussagen der Grünen zu Notfallzulassungen

„Der Presseaussendung der Kandidatin der Grünen für das EU-Parlament, Sarah Wiener, zum Thema Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln muss klar und unmissverständlich widersprochen werden. Es stimmt, dass sich die Landwirtschaftskammern nach Abwägung der Risiken für eine begrenzte Zulassung von neonicotinoiden Beizmitteln für Zuckerrübensaatgut in der heurigen Anbausaison ausgesprochen haben. Tatsache ist, dass der Zuckersektor in Österreich derzeit um das Überleben kämpft. Nach dem Derbrüssler-Debakel des Jahres 2018 und einem Flächenverlust von 10.000 ha Anbaufläche mussten Maßnahmen getroffen werden. Am Spiel steht nicht nur die Zuckerrübenproduktion der Bäuerinnen und Bauern, sondern auch ein vor- und nachgelagerter Wirtschaftssektor mit Hunderten Beschäftigten und deren Familien.“ Dies stellte heute Oberösterreichs LK-Präsident Franz Reisecker klar.

Notfallzulassungen auch für Biolandbau

„Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln sind keine Erfindung der 'Agrarlobby', sondern eine auf EU-Recht und nationalem Recht beruhende, zeitlich begrenzte Maßnahme, Pflanzenschutzmittel einzusetzen, wenn es keine Alternative mehr gibt. Auch die biologische Landwirtschaft braucht diese Möglichkeit. Von den 50 Pflanzenschutzmitteln, die 2018 eine Notfallzulassung erhalten hatten, waren 21 Produkte für den Biolandbau. 2019 erhielten bis jetzt 30 Produkte eine Notfallzulassung und davon waren 13 für den Biobereich. Wenn nun Frau Wiener medienwirksam das gänzliche Verbot von Notfallzulassungen fordert, möge sie sich auch bei Vertretern der Biolandwirtschaft sachkundig machen“, empfiehlt Reisecker. (aiz)