23.08.2016

US-Behörde bewilligt die Übernahme von Syngenta durch Chemchina

Der staatseigene chinesische Chemie-Konzern Chemchina hat auf dem Weg zur Übernahme des Schweizer Agrarchemie-Unternehmens Syngenta eine wichtige Hürde genommen: Die beiden Unternehmen hätten die Freigabe seitens des Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) erhalten, erklärten sie an diesem Montag in einer gemeinsamen Mitteilung. Beide Firmen gehen weiterhin davon aus, die 43 Milliarden Dollar schwere Transaktion bis Jahresende abzuschließen.

CFIUS nimmt im Falle des Verkaufs amerikanischer Vermögenswerte vor allem sicherheitsrelevante Aspekte unter die Lupe. Dem milliardenschweren Zukauf des chinesischen Staatskonzerns müssen zahlreiche Kartellbehörden zustimmen, als letztendlich entscheidend gilt allerdings die Haltung der Amerikaner. Chemchina hatte die Pläne zur Übernahme des Pflanzenschutz- und Saatgut-Unternehmens aus Basel im Februar angekündigt. Und die Frist für die Annahme der Offerte schon zweimal verlängert.

„Ich bin sehr vertraut damit, was Bauern brauchen“

Börsenhändler rechneten vor Handelsbeginn mit einem Kurssprung der Syngenta-Aktie. Dieser ereignete sich dann auch - das Kursplus beläuft sich am Vormittag auf rund 12 Prozent. Die Anleger waren bislang vor allem wegen der Entscheidung des amerikanischen Ausschusses skeptisch: Deswegen kosteten Syngenta-Aktien an der Börse zuletzt rund 380 Franken, was deutlich unterhalb des Angebots aus Fernost lag.

Chemchina bietet den Syngenta-Aktionären 465 Dollar je Aktie in bar plus fünf Franken Sonderdividende an. Das entspricht in Summe umgerechnet rund 451 Franken je Titel; in diese Richtung bewegt sich der Aktienkurs nun.

Endgültig in trockenen Tüchern ist die Übernahme aber noch nicht. Syngenta und Chemchina arbeiten nach eigenen Angaben eng mit zahlreichen Kartell- und den Zulassungsbehörden zusammen. „Die Gespräche sind weiterhin konstruktiv“, hieß es.

Die Übernahme von Syngenta, dem Weltmarktführer für Pflanzenschutzmitteln, soll China helfen, die Lebensmittelversorgung seiner Bevölkerung zu verbessern und die Abhängigkeit von Einfuhren zu verringern. „Ich wurde im Alter von 15 Jahren aufs Land geschickt. Ich bin sehr vertraut damit, was Bauern brauchen, wenn sie ihr Land bewirtschaften“, sagte Chemchina-Präsident Ren Jianxin im Februar in Basel.

Die gesamte Branche befindet sich in einem Umbruch. Der deutsche Bayer-Konzern greift nach dem amerikanischen Saatgut-Hersteller Monsanto. Die Leverkusener wollen 64 Milliarden Dollar einschließlich Schulden für den Rivalen auf den Tisch legen. Bereits Ende des vergangenen Jahres 2015 wurde der Zusammenschluss von Dow Chemical und DuPont zu einem neuen Branchenriesen auf den Weg gebracht.