14.07.2016

Entlastungspaket bringt heuer 170 Mio. € für die heimische Landwirtschaft

Auf Vorschlag von Bundesminister Andrä Rupprechter wurde im heutigen Ministerrat ein Entlastungspaket im Ausmaß von rund 170 Mio. € für Österreichs Bäuerinnen und Bauern beschlossen. Ein Quartalsbeitrag für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe zur Sozialversicherung wird für 2016 ausgesetzt. Die dafür notwendigen Mittel werden aus vorhandenen Rücklagen der Sozialversicherung bereitgestellt. Das bedeutet keine zusätzliche Belastung des laufenden Budgets.
„Mit dieser Maßnahme helfen wir unseren bäuerlichen Familienbetrieben schnell und direkt. Durch das mittlerweile vierte Einkommensminus in Folge sind die Bäuerinnen und Bauern in einer sehr schwierigen Lage. Der heutige Beschluss bringt eine deutliche Entlastung der Betriebe“, betont Bundesminister Rupprechter.

Solidarität in der Landwirtschaft eingefordert

Ausgesetzt bedeutet allerdings nicht geschenkt: „Für die Landwirtschaft kommt es bei den Sozialversicherungsbeiträgen zu einem Kompromiss“, heißt es aus dem Sozialministerium. Ein Quartalsbeitrag der Sozialversicherung wird heuer gestundet, wird aber bis spätestens 1.1.2019 durch die Versicherten selbst zurückgezahlt.
Die Versichertengemeinschaft lebe damit Solidarität: Die Landwirte werden in wirtschaftlich angespannten Zeiten unterstützt und zahlen im Gegenzug bis 2019 einen erhöhten Beitrag zurück. Damit sei Akuthilfe für die Betroffenen sowie Gerechtigkeit für alle Versicherten gleichermaßen garantiert.

Einkommen gehen alljährlich zurück

Alleine im Jahr 2015 gingen die landwirtschaftlichen Einkommen im Durchschnitt um 17% zurück. Auch 2016 werden Einbußen erwartet. Die Situation wird zudem durch zunehmend extreme Wetterverhältnisse verschärft, das zeigen die Frostschäden vom April dieses Jahres. „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sind das Zukunftsmodell für eine nachhaltige, umweltorientierte und sozial verträgliche Ernährungssicherung. Durch das Aussetzen der Beiträge gewinnen sie finanziellen Spielraum in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit“, erklärt Rupprechter.

Qualitätsstrategie für „Einzigartigkeit" der Produkte

Zusätzlich setzt die Agrarpolitik auf mittel- und längerfristige Maßnahmen, mit denen die heimische Landwirtschaft nachhaltig weiterentwickelt wird. So setzt Österreich auf eine konsequente Qualitätsstrategie, mit der sich die heimischen Produkte vom Weltmarkt abheben können. Unterstützt wird dieser Weg mit der Weiterführung und Weiterentwicklung des Programms zur Ländlichen Entwicklung, mit dem Österreich eine in Europa einzigartige und zukunftsweisende agrarpolitische Ausrichtung beschreitet. „Gemeinsam werden wir die österreichische Landwirtschaft aus der Krise führen. Mit der Stärkung der Konsumentenorientierung, der Innovationskraft und der betrieblichen Weiterentwicklung werden wir Perspektiven für die Zukunft geben“, so Rupprechter abschließend.