14.07.2016

Invasive Arten: Kommission verabschiedet EU-Liste um Verbreitung dieser zu verhindern

Die Europäische Kommission hat Mitte Juli eine erste EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten angenommen. Sie umfasst 37 Tier- und Pflanzenarten, die die europäische Artenvielfalt und Biodiversität bedrohen, indem sie
einheimische Arten verdrängen. Die Unionsliste wurde mit Hilfe der EU-Staaten erstellt. Diese sind aufgefordert, gegen eine weitere Verbreitung der aufgeführten Arten vorzugehen. Sie sollen beispielsweise verhindern, dass die in der Liste aufgeführten Arten gehalten, verkauft oder weitertransportiert werden.

"Einige Tier- und Pflanzenarten können Besitz, Ernte und Lebensgrundlagen bedrohen. Sie müssen an einem Eindringen gehindert werden - oder unter Kontrolle gehalten werden, wenn das nicht gelingt. Da invasive Arten an Landesgrenzen keinen Halt machen, ist hier die EU gefragt. Wir gehen ein Problem an, das wir nicht ignorieren können, denn es kostet uns über 12 Mrd. Euro pro Jahr", erklärte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella.

Schätzungen zufolge gibt es über 12.000 gebietsfremde Arten in Europa; rund 10 bis 15% davon sind invasiv. Sie umfassen Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Fische, Wirbellose und Pflanzen oder auch Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen. Sie treten zudem in allen Lebensräumen zu Land und Wasser auf. Sämtliche EU-Mitgliedstaaten sind in mehr oder minder großem Ausmaß von den durch invasive gebietsfremde Arten hervorgerufenen Problemen betroffen.
Die angenommene Liste (auf aiz.info als Download verfügbar) wird nun im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Sie tritt 20 Tage nach Veröffentlichung in Kraft. aiz