01.07.2016

EU-Kommission verlängert Glyphosat-Zulassung um weitere 18 Monate

Nach langen Verhandlungen hat die EU-Kommission nun ohne Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten die Zulassung des Wirkstoffs Glyphosat bis Ende 2017 beschlossen und gleichzeitig Beschränkungen bei der Anwendung empfohlen. So sollen die EU-Mitgliedstaaten bei der nationalen Zulassung von glyphosathaltigen Herbiziden den Einsatz außerhalb der Landwirtschaft möglichst vermeiden, heißt es aus Brüssel.

Zufrieden mit der Lösung ist keiner. Die EU-Kommission bemängelt, dass sich die Länder nicht hinter den Kompromiss einer nur kurzfristigen Wiederzulassung gestellt haben. Der Industrieverband Agrar (IVA) spricht von einer unbefriedigenden Zwischenlösung. Der Grundsatz der Wissenschaftlichkeit sei im Glyphosat-Verfahren mehrfach mit Füßen getreten worden, kommentierte Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler.

Martin Häusling, Europaabgeordneter der Grünen, hatte ein Verbot gefordert. Nach seiner Auffassung hat es die EU-Kommission nach dem Brexit verpasst, auf die Skepsis der Bürger gegenüber der EU einzugehen.