29.06.2016

Glyphosat: Zulassung soll nun im schriftlichen Verfahren erfolgen

Die EU-Kommission will Glyphosat in diesen Tagen für weitere 18 Monate zulassen. Eine geplante Aussprache unter den Kommissaren fiel dem Brexit zum Opfer. Der Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff soll daher im schriftlichen Verfahren zugelassen werden. Sollten bis zum Ende der Frist des Verfahrens keine Einwände der EU-Kommissare vorliegen, gilt der Vorschlag als angenommen.

Eigentlich sollte es gestern am Nachmittag noch eine Aussprache zu diesem Thema geben. EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis hätte seine Kritik an den EU-Mitgliedstaaten gerne noch einmal geäußert. Aber der Tagesordnungspunkt wurde auf der Kollegiumsitzung am Montag kurzfristig gestrichen. Der Brexit und die Vorbereitung des EU-Gipfels hatten Vorrang. Deshalb muss es nun schriftlich gehen, und zwar noch vor dem Monatsende. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission dürfen Landwirte glyphosathältige Herbizide für weitere eineinhalb Jahre einsetzen. Dann soll die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) eine weitere Risikobewertung liefern. Wie berichtet, verfehlten die EU-Mitgliedstaaten vergangene Woche auch im Berufungsausschuss die qualifizierte Mehrheit. Frankreich und Malta stimmten gegen die Wiederzulassung. Deutschland, Italien, Österreich, Bulgarien, Griechenland, Portugal und Luxemburg enthielten sich.