18.05.2016

Glyphosat nach neuer UN-Studie nicht krebserregend

In einem Brief an Bundesminister Andrä Rupprechter spricht sich die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) klar für ein Votum zur Verlängerung des Pflanzenschutzwirkstoffs Glyphosat auf europäischer Ebene aus.
Denn eine Studie des Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR, gemeinsames Fachgremium der UN-Welternährungsorganisation FAO und der WHO) stellte fest, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung wahrscheinlich kein Risiko für Mensch, Tier und Umwelt darstellt und das Vorsorgeprinzip eingehalten wird. Die Task Force der WHO, die 2015 aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse der internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) und des JMPR eingerichtet wurde, hat eine Neubewertung von Glyphosat empfohlen. Die Studie und die Erkenntnisse des JMPR sind das Ergebnis dieser Neubewertung.

Deutschland vor Abstimmung noch uneinig

In Deutschland spricht sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sowie die anderen CDU/CSU-Minister für eine Wiederzulassung von Glyphosat aus, während Bundesumweltministerin Barbara Hendicks und die anderen SPD-Minister eine Verlängerung ablehnen. Kommt keine einheitliche Linie bis zur dieswöchigen Abstimmung im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SC-PAFF) zustande, kann sich Deutschland nur enthalten.
Wenn Frankreich, Schweden, Italien und die Niederlande bei ihrer Ablehnung bleiben, ist eine qualifizierte Mehrheit kaum noch möglich. EU-Verbraucherkommissar Vasilis Andriukaitis will den umstrittenen Pflanzenschutzwirkstoff Glyphosat aber nur mit breiter Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten zulassen. Deshalb verkürzte er bereits den Zulassungszeitraum auf nur noch neun Jahre. Österreich will nur unter Berücksichtigung einiger Umwelt-Auflagen zustimmen.