20.01.2016

IGP: Experten warnen vor Fälschungen bei Pflanzenschutzmitteln

Nils Bauer, stellvertretender Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) und Gerwin Bouillon, Experte für illegale Produkte, warnen vor gefälschten Pflanzenschutzmitteln und pochen auf Maßnahmen zum Schutz von Anwender, Umwelt und Betrieb. So sollen etwa Landwirte kontinuierlich auf die möglichen Risiken durch illegale Produkte mit einem Poster (siehe Download unten) in Fachmärkten hingewiesen und Produzenten, die für sich und auch andere produzieren und abfüllen, sensibilisiert werden. Zusätzlich sollen Standards zur behördlichen Kontrolle von illegalen Produkten am Markt sowie beim Import vereinheitlicht und eingehalten sowie die internationale Kooperation über Grenzen und Länder hinweg vorangetrieben werden, sind sich die Experten einig.

„Gefälschte Produkte sind – im Vergleich zu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln – nicht getestet und nicht registriert. Sie werden durch kriminelle Netzwerke auf den Markt gebracht, Inhaltsstoffe und Wirkung sind oft unbekannt. Landwirten drohen finanzielle Verluste, Schäden für die Ernte und den Boden, Imageverlust sowie Gesundheitsrisiken“, verdeutlicht Bauer.

„Mitgliedstaaten mit Grenzen zu Drittstaaten beziehungsweise wichtigen See- und Flughäfen werden gezielt ausgewählt und sind stärker betroffen“, ergänzt Johann Kohl, Pflanzenschutzmittel-Experte der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Laut Bouillon wurden 2014 in Hamburg rund 196 t illegaler Substanzen sichergestellt.