05.05.2015

Deutsches Forschungsprojekt soll Züchtung von Hybridweizen voranbringen

Mit der Hybridzüchtung bei Weizen beschäftigen sich die beiden deutschen Forschungsinstitute – die Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim sowie das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben - im Rahmen des dreijährigen Forschungsprojektes "Zuchtwert". "Hybridweizen bringt nicht nur 10% höhere Erträge, die Resistenzzüchtung ist vereinfacht und er zeigt unter Stressbedingungen stabilere Erträge", erläuterte Friedrich Longin, Agrarwissenschafter und Weizen-Spezialist an der Universität Hohenheim. Die Züchtung von Weizenhybriden steckt derzeit noch in den Kinderschuhen, weshalb es auch kaum welche auf dem Markt gibt. "Weizen ist ein Zwitter mit männlichen und weiblichen Bestandteilen in einer Blüte und befruchtet sich normalerweise selbst. Will man zwei verschiedene Linien kreuzen, muss man daher die Muttersorte kastrieren", schilderte Longin das Problem.

Laut eigenen Angaben handelt es sich bei "Zuchtwert" um das weltweit größte Forschungsprojekt für Hybridweizen, an dem außer der Universität Hohenheim und dem IPK Gatersleben auch sämtliche Weizenzüchter Deutschlands beteiligt sind. Gemeinsam wollen sie reinerbige Zuchtlinien finden oder generieren, die genetisch möglichst unterschiedlich sein sollen. Denn der Leistungszuwachs der Tochtergeneration ist umso stärker ausgeprägt, je weniger die Ausgangslinien verwandt sind.

70.000 Leistungsparzellen geplant

Alles in allem nehmen die Zuchtunternehmen und Forscher 8.400 Weizenlinien auf ihre Bestäubereignung unter die Lupe. Sie erstellen daraus 7.920 Hybrid-Kombinationen. "Alle prüfen wir dann nicht nur auf Ertrag, sondern auch auf ihre Krankheitsanfälligkeit", erklärte Jochen Reif, Leiter der Abteilung Züchtungsforschung am IPK. Auf dem Test-Programm stünden die wichtigsten Pilzerkrankungen des Weizens, also Fusarium, Septoria, Mehltau, Braun- und Gelbrost. "Insgesamt planen wir über 70.000 Leistungsparzellen und fast 67.000 Beobachtungsparzellen."

Das Projekt startete am 1. September 2014 und ist zunächst bis 31. August 2017 geplant. Es wird vom deutschen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Der finanzielle Rahmen beträgt insgesamt rund 5 Mio. Euro, die sich auf die Projektpartner verteilen. (aiz)