20.04.2015

Tirol startet biologischen Aktionsplan gegen Maikäferproblematik

Tirol und speziell das Tiroler Oberland gelten seit jeher als Maikäferbefallsgebiet. Damit verbunden ist ein enormes Schadenspotenzial am Grünland, im Acker sowie im Obst- und Kleingartenbereich. In den vergangenen 20 Jahren wurden daher in den betroffenen Lagen biologische Maßnahmen zur Maikäferregulierung gesetzt. Heuer wurde erstmals ein Aktionsplan gestartet, der österreichweit einzigartig ist und kurz vor seinem Abschluss steht.

So werden seit Anfang April in den Gemeinden Landeck, Zams, Imsterberg, Imst (Gunglgrün), Tarrenz (Obtarrenz), Silz und Scheffau insgesamt rund 300 ha mit der Melocont Pilzgerste behandelt. In den Hauptbefallsgebieten soll die Ausbringung jährlich wiederholt werden. "Damit ist sichergestellt, dass die Schutzwirkung nachhaltig aufrecht bleibt. Voraussetzung dafür ist allerdings ein flächendeckender Einsatz auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen – nur damit kann die Käferpopulation erfolgreich reduziert werden", erklärt Peter Frank, Grünlandreferent der Landwirtschaftskammer Tirol.

Der letzte Maikäferflug in Tirol war im Jahr 2013. Nach dem 4-jährigen Zyklus werden die Tiere im Oberland erst wieder 2017 fliegen. Dazwischen liegen die Fraßjahre der Engerlinge. Damit das Schadensaumaß eingedämmt wird, setzt man auf eine nachhaltige Regulierungsstrategie durch den Einsatz der Melocont Pilzgerste, einem im Boden natürlich vorkommenden Pilz, der die Maikäferpopulationen auf ein erträgliches Maß reduziert. Neueste Studien belegen, dass sich der ausgebrachte Pilz nach acht bis zehn Jahren wieder auf sein natürliches Vorkommen zurückzieht. Somit ist eine neuerliche Auffrischung nach diesem Zeitraum notwendig.  (aiz)