12.09.2014

Agrana eröffnet neues "Research and Innovation Center" in Tulln

Die Agrana hat Mitte September ihr neues Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln, NÖ, eröffnet. Ziel der räumlichen Erweiterung ist die Bündelung aller Forschungs- und Innovationsaktivitäten in den drei Unternehmenssparten Zucker, Stärke und Frucht. "Mit der heutigen Eröffnung des ARIC wollen wir die Forschung von Agrana auf neue Beine stellen und die Synergien zwischen den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht nutzen. Wir wollen damit in der Forschung und Entwicklung ein Zeichen setzen, aber auch ein Signal an die Politik geben. Im Bereich Wissenschaft, der allgemein anerkannt ist und über den viel geredet wird, sind wir bereit etwas zu tun", erklärte Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender der Agrana Beteiligungs-AG.

Insgesamt wurden EUR 4 Mio. in den Ausbau des neuen Agrana "Forschungs-Headquarter" investiert. Auf rund 4.000 m2 arbeiten zirka 65 Mitarbeiter an neuen Rezepturen, Spezialprodukten und verbesserten Anwendungsmöglichkeiten bestehender Erzeugnisse. Forschungsschwerpunkte sind zum Beispiel Ernährungsphysiologie, Süßungsmittel und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bioerzeugnisse. Das neue Forschungszentrum soll Synergien in der Forschungsinfrastruktur und in der Verwaltung bringen. Demnach wird die bessere Auslastung der Gerätschaften durch eine gemeinsame Nutzung angestrebt.

Unterschiedlichste Forschungsfelder

 

 

Konkret arbeiten die Wissenschafter etwa an den optimalen Fruchtzubereitungen für Joghurt oder Eis und sind aktuell mit der Entwicklung "festerer" Erdbeeren beschäftigt. In Zukunft möchte das Unternehmen seine Aktivitäten im Speiseeisbereich zunehmend ausbauen. In der Zuckerforschung zerbrechen sich die Experten unter anderem den Kopf, wie sie die Zuckergewinnung aus den Rüben maximieren können und wie ihre Haltbarkeit aufgrund der langen Kampagnen - rund 150 Tage in Österreich - verbessert werden kann. In der technologischen Verarbeitung von Zucker wird an Strategien zum Einsatz von Biostabilisatoren gearbeitet. Hier werden zur Bekämpfung von Mikroorganismen anstatt chemischer Substanzen natürliche Biostabilisatoren auf Basis von Hopfen und Baumharzen entwickelt.

Die Arbeitsgruppe für Mikrobiologie und Biotechnologie tüffelt etwa an der optimalen Bioethanol-Gewinnung aus Mais und Weizen und überprüft die Waren auf Gentechnikfreiheit. Überdies wird in der Stärkeabteilung für industrielle Zwecke thermoplastische Stärke erzeugt, die mitunter zu Biokunststoffen verarbeitet wird. Für den Lebensmittelsektor bildet die Entwicklung kalorienreduzierter Nahrungsmittel einen weiteren Forschungsbereich in dem Segment Stärke.

Die Standortwahl wurde vor dem Hintergrund der aktiven Forschungsszene in Tulln getroffen - das Unternehmen sieht hier eine ideale Anbindung zu universitären Einrichtungen sowie deren Absolventen. Bisher waren die wissenschaftlichen Einrichtungen mit der Zuckerforschung Tulln (ZFT) für die Bereiche Zucker und Stärke und mit dem Innovation and Competence Center Gleisdorf (ICC) für die Sparte Frucht geografisch voneinander getrennt. ARIC ist eine 100%-Tochter der Agrana Beteiligungs-AG und wird als eigenständiges Unternehmen geführt. (aiz)