16.12.2014

COPA-COGECA: Zuversicht der EU-Landwirte im dritten Quartal 2014 gesunken

GAP-Reform und Russland-Embargo haben zu Verunsicherung geführt

Eine von der Dachorganisation der europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände, COPA-COGECA, durchgeführte Studie zeigt, dass die Zuversicht in der Landwirtschaft – nach einer eineinhalbjährigen Erholung – im dritten Quartal 2014 aufgrund der niedrigen Preise für Agrarprodukte abgestürzt ist. Die Umfrage erfolgte im Zeitraum September bis November in zehn EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Niederlande, Polen, Rumänien, Schweden und Großbritannien).

Gemäß dem "Zuversichtsbarometer" von COPA-COGECA war dieser rückläufige Optimismus in allen untersuchten Ländern weit verbreitet. Aufgrund des größeren Angebots an landwirtschaftlichen Produkten und des russischen Importstopps, sowie der für Ackerkulturen schlechten Witterungsbedingungen in manchen Teilen Europas, fielen insgesamt die Agrarpreise, was auch die Stimmung der Landwirte nach unten zog. Hohe Betriebsmittelkosten waren ein weiterer Faktor. Durch die niedrigen Ölpreise sanken zwar die Energiekosten, dies reichte jedoch nicht aus, um den Rückgang der Erzeugerpreise auszugleichen.

Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) führte zu gemischten Reaktionen in den einzelnen Ländern. Landwirte in Deutschland und Großbritannien waren besonders hinsichtlich der komplizierten und übermäßig bürokratischen Gesetzesregelung besorgt, während die Berufskollegen in Ungarn, Polen und Rumänien laut der Umfrage positiver eingestellt waren, da sie mehr Förderungen erwarteten. 40% der französischen Betriebe gaben an, aufgrund der Betriebskosten und schwierigen Witterungsbedingungen große Schwierigkeiten zu haben. In den Niederlanden bereiteten den Tierhaltern insbesondere die niedrigen Schweinefleischpreise, die infolge des russischen Embargos eingebrochen waren, Probleme. In Schweden waren die Erzeuger aufgrund der gerade im Milch- und Rindfleischsektor sehr niedrigen Erlöse besorgt. Die italienischen Landwirte litten unter den schlechten Witterungsbedingungen, die speziell zu Einbußen bei der Wein- und Olivenernte führte.

Russland-Embargo könnte Einkommen weiter verringern

Die heute von Eurostat veröffentlichten Schätzungen, wonach die Landwirte der EU 2014 im Durchschnitt einen Rückgang der Einkommen um 1,7% verzeichnen werden, könnten etwas zu optimistisch sein, betont COPA-COGECA. Die Auswirkungen der russischen Krise seien nämlich bei manchen Produktionszweigen erst ab den Herbstmonaten stärker spürbar gewesen und daher möglicherweise noch nicht umfassend berücksichtigt worden. Klarheit bezüglich des Einkommens dürfte die zweite Schätzung von Eurostat im März 2015 bringen. (aiz)