12.01.2015

NÖ: Erster Spürhund schützt Wälder vor Quarantäneschädlingen

Großfläche Schäden nur durch frühzeitiges Erkennen verhinderbar

Zitrus- und Laubholzbockkäfer, die mit Holzverpackungsmaterial oder Pflanzen aus Asien nach Österreich eingeschleppt wurden, gelten als gefährliche Quarantäneschädlinge, die im Forstbestand nur schwer ausfindig zu machen sind. Befallene Bäume können wirtschaftlich nicht mehr genutzt werden. Eine Eindämmung des Schädlings, der sich vor allem in Oberösterreich stark ausgebreitet hat, ist nur bei möglichst frühem Entdecken möglich. Hilfe bringen hierbei entsprechend ausgebildete Spürhunde.

Die Niederösterreicher Wolfgang Riener, Inhaber eines Forsttechnikbüros in Geras und Förster im Nationalpark Thaya, hat mit seinem Border Collie Cupper kürzlich in Kärnten eine solche, vom Bundesamtes für Wald initiierte, Ausbildung abgeschlossen, die für mehr Prävention sorgen soll. "Wenn der Hund nach einer Woche nicht auf den Geruch anschlägt, ist eine Schulung nicht möglich", so Riener. Nun heißt es für das Mensch-Tier-Gespann, sich in der Praxis zu üben. "Wir wollen präventiv nun das ganze Jahr über auch in Niederösterreich Kontrollen durchführen. Der Käfergeruch ist immer präsent. Doch wir sind auch von den Garten- und Waldbesitzern abhängig, dass sie für uns die Augen offenhalten, ihre Bäume kontrollieren und sich bei Verdachtsfällen an den amtlichen Pflanzenschutzdienst wenden."

Da die Larven der Schädlinge bis zu zwei Jahre versteckt im Holz der Bäume leben, sind befallene Stämme oft erst an den nahezu runden, 1–1,5 Zentimeter großen Ausbohrlöchern zu erkennen. Diese befinden sich meist in Wurzelnähe beziehungsweise am Stamm. Bohrspäne am Stammfuß deuten auch auf einen Befall hin. Wirtspflanzen der Zitrus- und Laubholzbockkäfer sind zum Großteil die heimischen Laubgehölze ab ca. 2 cm Stammdurchmesser, bevorzugt Ahorn, Weide, Birke, Platane, Haselnuss, Apfel, Rosskastanie, Birne, Erle, Rosen, Hainbuche und Pappel.

Meldepflichtiger Quarantäneschädling

Es wird ersucht, alle oben genannten Wirtspflanzen auf Spuren von Bohrspänen, Ausbohrlöcher sowie erwachsene Käfer zu kontrollieren und verdächtige Käfer bzw. Pflanzen dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst in NÖ unter Tel.-Nr. 050-259/22600 bzw. pflanzenschutz@lk-noe.at zu melden. Auf zugekaufte Fächerahorne sollte besonderes Augenmerk gelegt werden.

Durch die Einstufung als gefährliche Quarantäneschadorganismen ist jeder Bürger gesetzlich verpflichtet, entsprechende Verdachtsfälle zu melden. Diese werden kompetent abgeklärt – dem Pflanzenbesitzer entstehen dafür keinerlei Kosten. (aiz)