30.06.2020

OÖ Bodeninformationsbericht zeigt Erfolge und Herausforderungen auf

Der Boden erfüllt eine Fülle von natürlichen Funktionen: Er bietet Platz für den Lebensraum von Mensch und Tier und ist gleichzeitig wichtiger Bestandteil des Naturhaushalts. Wie es um den Boden im Bundesland Oberösterreich bestellt ist und welche Leistungen zu seinem Schutz erbracht werden, wird im Bodeninformationsbericht dargestellt, der alle fünf Jahre erstellt wird und dessen aktuellste Zahlen gestern von Agrarlandesrat Max Hiegelsberger präsentiert wurden.

Die oberösterreichische Landesfläche beträgt fast 1,2 Mio. ha. 55% davon sind Dauersiedlungsraum, für Siedlungszwecke werden aber nur 16% herangezogen. Die restlichen 84% werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Dank seiner guten Bodeneigenschaften und der günstigen klimatischen Bedingungen ist Oberösterreich eine der fruchtbarsten Agrarregionen Österreichs. Um die hohe Fruchtbarkeit und hohe Produktivität der Böden zu erhalten, ist deren nachhaltige Bewirtschaftung zentral. „Landwirtschaftlich genutzte Böden sind die wichtigste Grundlage für unsere Ernährung. Darüber hinaus sind sie auch Basis für die Erzeugung zahlreicher Rohstoffe. Fruchtbare Böden sind daher eine zentrale Basis für unser Leben - ihr Erhalt und ihre nachhaltige Nutzung gehören zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft und dienen dem Klima- sowie Umweltschutz“, betont Hiegelsberger.

Die Qualität der oberösterreichischen Böden zeigt sich unter anderem bei den periodischen Bodenuntersuchungen. Die Landwirte sorgen durch die bewusste Gestaltung der Fruchtfolge, durch Bodenbedeckung, Beweidung, Düngung mit Wirtschaftsdüngern und Kompost sowie durch gezielte Bodenbearbeitung dafür, dass der Humusgehalt erhalten bleibt oder sogar erhöht wird.

Das Bodenentwicklungsprogramm

Auf Grundlage des Bodeninformationsberichtes wurde ein Entwicklungsprogramm zum Schutz der Bodengesundheit formuliert, das als vorrangige Schwerpunkte unter anderem gezielte Maßnahmen zu „Flächensparenden Siedlungsentwicklungen“, die Weiterführung und den bedarfsgerechten Ausbau der Bodenbeobachtung sowie die Durchführung von Projekten zur Erhaltung der Bodengesundheit und Beratungstätigkeiten mit Hauptaugenmerk auf unter anderem Erosionsschutzberatung, bodenschonende mechanische Bodenbearbeitung sowie humusmehrende Fruchtfolgen durch die Boden.Wasser.Schutz.Beratung (BWSB) formuliert.

Beratungsorganisation für den Boden- und Gewässerschutz

Die BWSB, in der LK-Abteilung Pflanzenbau integriert, ist im Auftrag des Landes als Beratungsorgan über Maßnahmen zum Boden- und Gewässerschutz für Bäuerinnen und Bauern tätig. In den letzten Jahren hat sich das fachliche Spektrum immer mehr auf das komplexe Thema Ressourcenschutz erweitert. Die Ziele dieser Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Wasserschutz sind der Schutz und die Sicherung der Lebensgrundlage Boden, einer nachhaltigen Trinkwasserversorgung sowie damit einhergehend die Verringerung der Nitratbelastung, der Nährstofffrachten in Oberflächengewässern und die Reduktion der Pflanzenschutzmittelbelastung im Grundwasser.

„Die Arbeitskreistätigkeit hat sich als eine der effizientesten Maßnahmen herausgestellt, einerseits Wissen zu generieren und andererseits dieses schnell in die Breite zu bringen. Durch den dreistufigen Aufbau 'Boden.Wasser.Schutz.Berater - Arbeitskreisleiter - Arbeitskreismitglieder' werden ein fruchtbares Miteinander und ein optimaler Austausch zwischen Beratung und Landwirten ermöglicht“, informiert LK-Präsidentin Michaela Langer-Weninger. 56 Arbeitskreise mit über 2.300 registrierten Bauern - betreut von 43 laufend geschulten Wasserbauern - leisten hier umfassende Grundlagenarbeit. Die Schwerpunkte umfassen dabei neben spezifischen Informationen über Boden- und Gewässerschutz auch Fragen zu optimierter Produktionstechnik (Anbau, Düngung, Pflanzenschutz, Zwischenfruchtbau) und Themen wie etwa Bodenbearbeitung und Humusaufbau sowie Fragen zum Bio-Landbau und Klima. 2019 wurden 359 Arbeitskreistreffen (inkl. Feldbegehungen) mit 3.045 Teilnehmern abgehalten.

Daneben betreut die BWSB auch diverse Projekte, um zum Beispiel gemeinsam mit betroffenen Landwirten und Gemeinden Lösungen für einen verbesserten Erosions- und Hangwasserschutz zu erarbeiten. Im Bezirk Linz-Land wurde in den Berichtsjahren das Projekt „Erosionsschutz in der Praxis“ durchgeführt, um die Abschwemmung von landwirtschaftlichen Ackerflächen auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren. Auf ausgewählten Flächen gaben Schautafeln Auskunft über Zeitpunkt und Art der gesetzten Maßnahmen, sodass sich auch die Bevölkerung ein Bild von der landwirtschaftlichen Praxis machen konnte. (aiz)