30.06.2020

Boku: Bio-Hydrogel für Bewässerung und Düngung in der Landwirtschaft entwickelt

Biotechnologen der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) haben ein neuartiges, vollständig auf natürlichen Rohstoffen basierendes Hydrogel, das neben Bewässerung auch gezielte Düngung ermöglicht und gleichzeitig die Bodenqualität langfristig verbessert, entwickelt. Durch diese Kombination können die Kosten für die Landwirtschaft deutlich gesenkt, Ernteerträge gesteigert und die Umweltbelastung verringert werden, berichten Boku-Projektmitarbeiter. Sogenannte Hydrogele sind polymere Materialien, die die Fähigkeit besitzen, große Mengen Wasser aufzunehmen und langsam an ihre Umgebung abzugeben.

Biotechnologen der Boku ist es gelungen, ein ökologisches Hydrogel zu entwickeln, das mit Boden vermischt bis zu 95 % des Wassers aufnehmen und so bis zu 40 % an Bewässerung einsparen kann. „Mit dem neuartigen Bio-Hydrogel kann Dürren entgegengewirkt und eine unregelmäßige Wasserversorgung bewältigt werden, aber auch ein landwirtschaftlich ungeeigneter Boden, wie zum Beispiel ein Sandboden, in einen produktiven umgewandelt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Hydrogelen ist dieses innovative Produkt vollständig biologisch abbaubar und verbessert zudem die Bodenqualität in Durchlässigkeit, Dichte, Struktur, Textur und Humusgehalt“, so Gibson Nyanhongo, Leiter des Forschungsteams an der Boku.

Multifunktionale Eigenschaften

Das Bio-Hydrogel ist aber viel mehr als nur ein Wasserspeicher: Es fungiert darüber hinaus auch als Trägersystem für Dünger und Pflanzenschutzmittel und soll Landwirten, Garten-, Obst- und Weinbauern, aber auch Floristen sowie Liebhabern von Zierpflanzen ermöglichen, effektiv und effizient mit Pestiziden, Herbiziden oder antimikrobiellen Mitteln umzugehen, um auch so die Umweltverschmutzung zu verringern.

Das Bio-Hydrogel gibt es sowohl nass als auch trocken, granuliert oder in Pulverform. Es kann sowohl auf offenen Feldern als auch in künstlichen landwirtschaftlichen Systemen angewendet werden. Die Boku sucht noch nach einem interessierten Unternehmen, das die patentierte Technologie auf den Markt bringt. (aiz)