29.06.2020

NÖ: Land und LK gründen Kompetenzzentrum für Bewässerung

In Niederösterreich nimmt im Juli das neu gegründete Kompetenzzentrum für Bewässerung seine Arbeit auf. Dort werden unter der Leitung von Wolfgang Neudorfer Expertisen aus Wasser- und Landwirtschaft gebündelt, um neue Bewässerungsprojekte zu planen, innovative Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden zu erforschen sowie Gemeinden und Landwirte zu beraten. Das reicht von der Prüfung der Realisierbarkeit von Projekten über pflanzenbauliche und betriebswirtschaftliche Fragen bis hin zu rechtlicher und finanzieller Beratung. Gleichzeitig wird ein Schwerpunkt auf Pilotprojekte und Studien gelegt, um Bewässerungs- und Bewirtschaftungsmethoden zu optimieren, Abschwemmungen von fruchtbaren Böden zu verhindern und den Wasserhaushalt des Bodens langfristig zu verbessern. Dafür wird auch mit Experten der Boku, des WIFOs und der AGES zusammengearbeitet.

„Wir wollen die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln bewahren. Dafür ist das neue Kompetenzzentrum ein wichtiger Schritt. Es verbindet Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Wissenschaft“, betonte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf heute bei der Präsentation. In den nächsten drei Jahren sollen insgesamt rund 60 Bewässerungsprojekte um 56 Mio. Euro umgesetzt werden, indem entweder neue Bewässerungen und Pumpen errichtet oder bestehende Dieselaggregate elektrifiziert und damit durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Durch die Elektrifizierung von Feldbrunnen wurde bereits in den Vorjahren über 1 Mio. l Diesel eingespart.

Für Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Johannes Schmuckenschlager ist „der sinnvolle Umgang mit Wasser“ und es vor allem dann verfügbar zu haben, wenn es die Pflanzen brauchen, „eine der größten Herausforderungen“ unserer Zeit. Er verweist dabei auf eine Reihe von Maßnahmen der bäuerlichen Bewirtschafter, um Wasser so gut wie möglich im Boden zu halten. Im Vordergrund steht dabei eine schonende und wassersparende Bewirtschaftung der Felder, das heißt reduzierte Bodenbearbeitung, Anbau von Begrünungen oder verschiedenste Maßnahmen zum Erosionsschutz. Schmuckenschlager ist auch überzeugt, dass eine gute Wasserversorgung dem Strukturwandel in der Landwirtschaft entgegenwirken kann. „Kleinere Betriebe können arbeitszeitintensive Kulturen anbauen, die aber eine höhere Wertschöpfung am Betrieb und im nachgelagerten Verarbeitungsbereich ermöglichen. Das höhere Ausfallrisiko durch Trockenheit kann durch eine Verbesserung der Wasserversorgung abgefedert werden.“ (aiz)