17.06.2020

400 Mio. Euro für Entlastung der Land- und Forstwirtschaft

„Mit 400 Mio. Euro an steuerlichen Entlastungen für die Landwirtschaft und Investitionen in eine nachhaltige und klimafitte Forstwirtschaft bringen wir eines der größten Maßnahmenpakete der letzten Jahre für diesen Bereich auf den Weg“, berichtete Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger im Rahmen der gestrigen Klausur der Bundesregierung in Wien. Gerade die Corona-Krise habe einmal mehr die große Bedeutung einer flächendeckenden und produzierenden Landwirtschaft gezeigt, so Köstinger. Begrüßt wird dieses Entlastungs- und Investitionspaket sowohl von Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger als auch von Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Im Paket sind mehrere steuerliche Entlastungsmaßnahmen für bäuerliche Betriebe enthalten, die rückwirkend mit 1. Jänner 2020 gelten. So soll etwa die Mindestbeitragsgrundlage für die Krankenversicherung an das allgemein gültige Niveau angeglichen werden. Auch die Gewinnglättung ist Teil des Pakets, mit dieser Maßnahme kann die Besteuerung von landwirtschaftlichen Einkommen über einen Durchrechnungszeitraum von drei Jahren erfolgen, um schlechte Erntejahre ausgleichen zu können. Auch die Umsatzgrenze für landwirtschaftliche Nebentätigkeiten wird auf 40.000 Euro angehoben und künftig valorisiert. „In Summe sind es elf steuerliche Maßnahmen, welche die bäuerlichen Betriebe um etwa 50 Mio. Euro entlasten und ihnen künftig auch einiges an Bürokratie ersparen“, so die Landwirtschaftsministerin.

Umfangreiches Forstpaket soll Wälder klimafitter machen

Mit Investitionsanreizen, der Abgeltung von Schäden und einem großen Schwerpunkt im Bereich Forschung und Entwicklung wird die Forstwirtschaft in diesem Paket mit insgesamt 350 Mio. Euro unterstützt. „Unsere Wälder sind in ernster Gefahr. Klimatische Veränderung, fehlende Niederschläge und vor allem der Borkenkäferbefall großer Waldflächen sind für die Betriebe ein existenzielles Problem. Jede Investition in die Forstwirtschaft ist auch eine Investition in den nachhaltigen Schutz der Natur und den Klimaschutz“, betonte Köstinger.

Konkret werden mit diesem Forstpaket folgende Maßnahmen unterstützt: die Wiederaufforstung nach Schadereignissen, die Errichtung klimafitter Wälder, die Abgeltung von durch den Klimawandel verursachten Borkenkäferschäden, die Errichtung von Lagerstätten für Schadholz (Nass- und Trockenlager), die mechanische Entrindung als Forstschutzmaßnahme, die Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden, die Errichtung einer Forschungsanlage zur Erzeugung von Holzgas und Treibstoffen aus Holz sowie eine breite Holzbauoffensive. Darüber hinaus wird die Stärkung der Biodiversität im Wald unterstützt und die Forschung im Bereich „Klimafitte Wälder“ forciert.

Maßnahmenpaket gibt bäuerlichen Betrieben eine Perspektive

„Mit diesem 400 Mio. Euro-Paket setzen wir ein unübersehbares Zeichen, wie wichtig Land- und Forstwirte mit ihrer Arbeit für unser Land sind“, unterstrich Köstinger. „Das gesamte Maßnahmenpaket bringt einerseits Entlastungen sowie Vereinfachungen bei Steuern und Abgaben, andererseits hilft es wesentlich mit, die Zukunft unserer Wälder zu sichern. Trockenheit und eine nie dagewesene Borkenkäferplage haben den Wäldern enorm zugesetzt“, ergänzte Moosbrugger. Das Hilfspaket sei „ein kräftiges Signal, das wesentlich dazu beitragen wird, dem Wald und damit der gesamten Forstwirtschaft Perspektiven und Optimismus zurückzugeben“.

„Dieses Maßnahmenpaket ist für unsere bäuerlichen Familienbetriebe immens wichtig, damit schaffen wir Perspektiven“, erklärte Strasser. „Die für 2021 geplante Steuerentlastung kommt jetzt schon früher und ich bin überzeugt, dass die Maßnahmen den Forstwirten eine große Hilfe sind. Ich erhoffe mir davon den dringend nötigen Motivationsschub für diesen krisengebeutelten Sektor. Dieses umfangreiche Paket haben wir in den vergangenen Monaten gemeinsam auf den Weg gebracht“, bedankte sich Strasser bei Köstinger und Moosbrugger für die enge Kooperation. Alle Entlastungs- und Investitionsmaßnahmen finden Sie demnächst auf www.bmlrt.gv.at  (aiz)