09.06.2020

Landwirtschaftsministerin Klöckner (D) warnt vor „Bauern-Bashing“

Die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat kürzlich vor überzogener Kritik an den Bauern gewarnt. „Landwirtschaft ist dazu da, um uns zu ernähren, damit wir satt werden“, stellte die Ministerin fest. „Wir essen jeden Tag. Und es geht darum, dass wir national und europäisch die Ernährung sichern - das hat Vorrang“, so Klöckner. Wenn man den CO2-Fußabdruck verringern wolle, dann müsse man auch entscheiden, ob man noch Produzenten vor Ort haben wolle, „oder ob wir Auflagen und Schritte so ambitioniert für Landwirte formulieren, dass wir am Ende nicht mehr wettbewerbsfähig sind und mehr importieren als selbst produzieren“. Dann habe man allerdings immer weniger Einfluss auf Standards von Tierwohl und Klimaschutz, gab die Ministerin zu bedenken.


Landwirtschaft für alles verantwortlich gemacht

Klöckner bezog sich dabei auf die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission für die „Farm to Fork“-Strategie und die Biodiversitätsstrategie. Man könne nicht „rein quantitative Ziele nennen, ohne eine Folgenabschätzung zu machen“, erklärte sie. „Ich wehre mich vehement dagegen, dass für alles die Landwirtschaft verantwortlich gemacht wird“, unterstrich Klöckner. Offenbar gebe es in Deutschland mittlerweile 80 Mio. Hobby-Agrarwissenschaftler, verwies die Ministerin auf zahlreiche gut gemeinte Vorschläge. (aiz)