11.05.2020

Vereinbarung mit Sägeindustrie soll Situation entschärfen

Angesichts der dramatischen Borkenkäfersituation in Österreich ist die rasche Aufarbeitung von befallenen Bäumen ein Gebot der Stunde. Durch die Corona-Krise ist jedoch der Holzmarkt enorm unter Druck geraten, heimisches Holz findet so gut wie keinen Absatz mehr. Um diese Situation zu entschärfen hat Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger gemeinsam mit den Ländern eine Vereinbarung mit der Sägeindustrie geschlossen. Demnach werden 200.000 Festmeter österreichisches Schadholz zusätzlich bis Ende Mai von der Sägeindustrie abgenommen, damit können die Lager entlastet werden. Weiters sieht die Vereinbarung eine kontinuierliche Schadholzabnahme und die Reduktion der Importe während der Zeit mit Anfall von Borkenkäferholz vor.

Das Datenmanagement zwischen Forstwirtschaft und Sägeindustrie soll verbessert werden, außerdem sollen höhere Kapazitäten bei Nasslagern geschaffen werden, um Schadholz für längere Zeit lagern zu können. „Die Situation in unseren Wäldern ist alarmierend. Die aktuelle Trockenheit und der Borkenkäfer sind eine tödliche Mischung. Dieser Schädling entwaldet derzeit ganze Regionen in Niederösterreich und Oberösterreich. Befallene Bäume sollten rasch aus dem Wald transportiert und verarbeitet werden, aber die Lager sind voll und wir haben die schlimmste Zeit noch nicht überstanden. Wir müssen nun alle zusammenhalten, um die weiteren katastrophalen Auswirkungen auf unsere Wälder zu verhindern.

Die Zusagen der Industrie sind eine wichtige Sofortmaßnahme und ein bedeutender gemeinsamer Verhandlungserfolg. Wir werden seitens der Bundesregierung unseren Waldbauern weiterhin zur Seite stehen“, betonte Köstinger bei einem Lokalaugenschein in der Nähe von Grein (OÖ). „Die Zusage der Industrie, dass mehr Holz als bisher aus den Wäldern abgeholt werden soll, ist sehr wichtig. Zusätzlich braucht es noch weitere Schritte, denn der Klimawandel und seine Folgen sorgen dafür, dass tausende Hektar Wald zusammenbrechen. Der Schaden ist enorm, er trifft aber nicht nur die Waldbesitzer, sondern die gesamte Gesellschaft, denn der Wald ist ein bedeutender Wasserspeicher, er sorgt für saubere Luft und kühlt das Klima“, erklärte Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Jeder Einzelne könne die betroffenen Waldbauern unterstützen, indem er auf heimisches Holz als Baustoff oder Energielieferant setze. (aiz)