23.04.2020

Pflanzenschutz: EU-Umweltausschuss gegen gelockerte Rückstandshöchstmengen

Während die EU-Kommission die zugelassenen Rückstandshöchstmengen für einige Wirkstoffe im Obst- und Gemüseanbau anheben will, spricht sich der Umweltausschuss des Europaparlaments dagegen aus. Konkret geht es um das Fungizid Mandestrobin, das Herbizid Haloxyfob-P und das Insektizid Flonicamid. Die EU-Abgeordneten setzen sich in ihrer politischen Erklärung für eine Beibehaltung der bisherigen strengen Grenzwerte ein. Sie argumentieren mit dem Vorsorgeprinzip, vor allem, dass über schädliche Wechselwirkungen von verschiedenen Wirkstoffen noch Studien fehlten. Gegen Flonicamid führen die EU-Abgeordneten mögliche Gefahren für die Bienen ins Feld. Haloxyfob-P darf ohnehin nur mit umfangreichen Auflagen zum Schutz des Grundwassers eingesetzt werden.


Schließlich kritisieren die Europaparlamentarier, dass die Rückstandshöchstmengen für Mandestrobin und Haloxyfob-P auf Drängen von Australien und Kanada in der EU angehoben werden sollen. Freihandelsabkommen dürften die Umwelt- und Gesundheitsstandards der EU nicht aufweichen, erklären die EU-Abgeordneten und fordern deshalb einen Stopp des Verfahrens.

Die EU-Kommission hält dem entgegen, dass es nicht um Forderungen der Exporteure in die EU ginge. Stattdessen würden die Rückstandshöchstmengen angehoben, um den Einsatz der Wirkstoffe in einigen kleinen Spezialkulturen zu ermöglichen. Risiken für die Umwelt und die Gesundheit bestünden auch mit höheren Werten nicht, erklärt die EU-Kommission und beruft sich dabei auf die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA). Die EU-Abgeordneten können die Entscheidung nicht blockieren. (aiz)