21.04.2020

Corona-Krise macht Fristverlängerungen in der Antragstellung notwendig

Die von der Bundesregierung eingeführten Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus haben Auswirkungen auf die heimischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe hinsichtlich der Einhaltung von Fristen, insbesondere bei der Antragstellung. Daher wurden Erleichterungen durch Fristverlängerungen für diese Betriebe geschaffen. Betroffen sind unter anderem die Mehrfachanträge, Direktzahlungen und Junglandwirte, die Rinderkennzeichnung sowie Marktordnungsmaßnahmen im Weinbereich. Dies teilten heute das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) und die LK Österreich mit.

Mehrfachantragstellung

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist bei der Mehrfachantragsstellung die Beratungstätigkeit und damit auch die technische Hilfestellung bei den Landwirtschaftskammern deutlich eingeschränkt. Um zu verhindern, dass Landwirte keinen fristgerechten Mehrfachantrag stellen können, wurde die Frist für das Antragsjahr 2020 bis 15. Juni 2020 verlängert. Für (kürzungsfreie) Antragsänderungen wurde die Frist bis 30. Juni 2020 erstreckt.

Direktzahlungen und Junglandwirte

Die Frist für die Anträge auf Zuweisung von Zahlungsansprüchen sowie Anzeigen zur Übertragung von Zahlungsansprüchen wird analog zum Mehrfachantrag bis zum 15. Juni 2020 verlängert. Für den erforderlichen Nachweis der beruflichen Qualifikation bei Junglandwirten kann in begründeten Fällen eine zusätzliche Nachfrist von sechs Monaten (somit auf maximal 3,5 Jahre) gewährt werden.

Rinderkennzeichnung

Rinder haltende Betriebe können noch vorhandene herkömmliche Ohrmarken über den 30. April hinaus verwenden. Sobald die technischen Probleme behoben beziehungsweise die Restbestände aufgebraucht sind, sind die elektronischen Ohrenmarken zu verwenden.

Schulmilch-, Schulobst- und Schulgemüseprogramm

Für noch nicht ausgeschöpfte Geldmittel für die jeweiligen Programme werden die Antragsfristen auf Beihilfen bis 30. Juni verlängert. Für Anträge von begleitenden Maßnahmen (Verkostungen oder Kommunikationsmaßnahmen) wurde die Frist auf 30. Mai verlängert.

Marktordnungsmaßnahmen im Weinbereich


Beihilfeanträge zu Umstellung oder Umstrukturierung von Rebflächen oder Investitionen können bei Fällen Höherer Gewalt oder außergewöhnlicher Umstände - unter anderem bei Pandemien wie COVID-19 - auch noch nach der vorgesehenen Frist akzeptiert werden. (aiz)