20.04.2020

Köstinger fordert Schulterschluss für heimische Landwirtschaft

Die heimischen Landwirte bekommen die Sperre der Gastronomie- und Tourismusbetriebe aufgrund der Corona-Krise deutlich zu spüren. Der Absatzrückgang, etwa im Milch-, Rindfleisch- und Gemüsebereich, bringe die Bauern unter Druck, sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger im Gespräch mit der APA. Nachdem in den nächsten Monaten aufgrund des Coronavirus voraussichtlich sehr viele Touristen nicht nach Österreich kommen werden, appellierte die Ministerin an die Supermarktketten und Verbraucher, verstärkt regionale Ware einzukaufen. „Es wird sehr viel davon abhängen, dass wir einen Schulterschluss mit dem Lebensmittelhandel und den Konsumenten schaffen“, sagte Köstinger. Beim Einkauf entscheide jeder Einzelne mit, „ob die Landwirtschaft in der Art und Weise weitergeführt werden kann oder nicht“. Von den Lebensmittelhändlern wünscht sich Köstinger eine Absichtserklärung bei allen frischen Lebensmitteln, nur österreichische Waren für Aktionen anzubieten. „Es geht aber nicht darum, alles andere aus dem Regal zu verbannen“, so die Ministerin. Es habe jedoch in den vergangenen Wochen noch knallharte Preisaktionen mit ausländischen Produkten gegeben. EU-Krisenmechanismus einsetzen Köstinger fordert auf EU-Ebene einen Krisenmechanismus für die landwirtschaftlichen Betriebe in Zeiten des Coronavirus, etwa Stabilisierungsinstrumente für die Marktpreise. Dass sich aufgrund der Corona-Krise der Strukturwandel beschleunigt und mehr Bauern aus der Produktion aussteigen werden, glaubt Köstinger nicht. Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) mit den Ausgleichszahlungen sei für die Bauern ein Sicherheitsnetz. Auch der Härtefallfonds und der Corona-Hilfsfonds stehen den Bauern offen. Momentan gibt es rund 2.500 Anträge aus der Landwirtschaft für die erste Phase des Härtefallfonds. (aiz)