20.04.2020

COPA-COGECA fordert Stützung von Agrarmärkten ein

Der Europäische Landwirte- und Genossenschaftsverband COPA-COGECA fordert Lagerbeihilfen für hochwertiges Rind- und Kalbfleisch sowie für Schaffleisch. Die Interessenvertretung beklagt Einbrüche auf diesen Märkten durch die Corona-Krise und ruft die EU-Kommission zu raschem Handeln auf. Da im EU-Agrarhaushalt kaum noch Gelder für die Stützung von einzelnen Erzeugnissen vorgesehen sind, fordert COPA-COGECA eine Finanzierung der Privaten Lagerhaltung aus anderen Teilen des EU-Landwirtschaftsbudgets. Zudem sollten nach Meinung der Bauernvertretung in Brüssel zum Schutz der heimischen Rindfleischerzeuger die Einfuhrkontingente der südamerikanischen Mercosur-Länder vermindert werden. Auch den Erzeugern von Zierpflanzen und Blumen sei das Frühjahrsgeschäft weggebrochen, berichtet COPA-COGECA und fordert deshalb hier ebenso einen Ausgleich der Verluste. Schließlich sollte es auch für Obst und Gemüse Maßnahmen zur Stabilisierung geben, ebenfalls über eine Finanzierung außerhalb des EU-Agrarhaushalts. Im EU-Agrarhaushalt sind fast alle Mittel durch Direktzahlungen an Landwirte und durch ländliche Förderprogramme gebunden. Die ohnehin niedrigen Beträge im Haushalt für einzelne Erzeugnisse wurden für 2020 bereits ausgeschöpft. EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski sieht keine Möglichkeit, Mittel außerhalb des EU-Agrarhaushalts für die Marktintervention zu mobilisieren. Es gebe durch die Krise viele Begehrlichkeiten, erklärte der EU-Agrarkommissar im Europaparlament und vertröstete auf den Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027. Wojciechowski versprach im Agrarausschuss des Europaparlaments, er wolle sich bei seinen Kollegen dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft im angekündigten neuen Haushaltsrahmen ausreichend berücksichtigt werde. (aiz)