14.04.2020

Härtefallfonds für Landwirtschaft: Phase 2 startet am 16. April

Die Coronavirus-Pandemie ist für Österreich die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg, die auch die Wirtschaft in diesem Land massiv beeinträchtigt. Es wurde daher von der Bundesregierung ein Härtefallfonds eingerichtet, der Kleinunternehmen unterstützen soll. Als erste Maßnahme wurde die Möglichkeit einer Soforthilfe für land- und forstwirtschaftliche Betriebe geschaffen. Jetzt folgt Phase 2: Betriebe können bei Nachweis eines Einkommensrückgangs jeweils bis zu 2.000 Euro pro Monat für die nächsten drei Monate beantragen. Neu ist, dass auch Mehrfachversicherungen zulässig sind. Insgesamt stehen damit bis zu 6.000 Euro pro Betrieb zur Verfügung, die Einreichung startet mit 16. April, teilt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger mit.

„Wer rasch hilft, hilft doppelt. Es ist wichtig, dass in dieser zweiten Phase alle Höfe mit existenzgefährdenden Einbußen um Hilfe ansuchen können - somit auch Nebenerwerbsbetriebe beziehungsweise Bäuerinnen und Bauern mit Mehrfachversicherungen. Danke an die Regierung, insbesondere an Bundesministerin Köstinger, für ihr Verständnis und diese praxisrelevante Ausweitung“, erklärte Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich.

Phase 2 mit erweiterten Maßnahmen

Phase 2: Unterstützt werden Nebenerwerbs- und Vollerwerbsbetriebe mit bis zu neun Arbeitskräften und einem Umsatz bis zu 2 Mio. Euro. Neu ist, dass hier auch Mehrfachversicherungen zulässig sind - bisher konnten nur Vollerwerbsbetriebe auf den Fonds zugreifen.

50% Umsatzeinbruch oder Kostenerhöhung müssen nachgewiesen werden

Für die Inanspruchnahme dieser Unterstützung muss gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% nachgewiesen werden oder eine Kostenerhöhung um mindestens 50% bei Fremdarbeitskräften zu verzeichnen sein.

Konkret betrifft das Wein- und Mostbuschenschankbetriebe, Spezialkulturen im Wein-, Obst-, Garten- und Gemüsebau sowie Christbaumkulturen, landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof), Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt, an die Gastronomie, Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten, weiters Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten (Schule am Bauernhof, Seminarbäuerinnen) sowie Betriebe, die auf Basis von Verträgen Sägerundholz erzeugen, dieses aber nicht mehr abgeholt werden kann.

Phase 2 startet Mitte April

Phase 2 startet am 16. April, hier können Voll-, Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe auf den Fonds zugreifen. Die mögliche Förderung beträgt bis zu 2.000 Euro pro Monat (Deckelung), Nebeneinkünfte werden gegengerechnet. Insgesamt ist eine Unterstützung bis zu 6.000 Euro pro Betrieb (drei Monate zu je 2.000 Euro) möglich, das gilt für Phase 1 und Phase 2 gemeinsam. Die Förderungen sind steuerfrei.

Die Agrarmarkt Austria (AMA) wickelt den Härtefallfonds für die Land- und Forstwirtschaft ab. Die Soforthilfe (Phase 1) kann seit Montag, 30. März 2020, beantragt werden. Für Phase 2 können Anträge ab 16. April ebenfalls auf www.eama.at gestellt werden. (aiz)