31.03.2020

LGV Sonnengemüse: Vorkehrungen für neue Herausforderungen zum Saisonstart

Zum Saisonstart für heimisches Gemüse aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland hat die LGV Sonnengemüse angesichts der Corona-Maßnahmen eine Reihe von Vorkehrungen getroffen. Da die Produktion auf über 150 kleinstrukturierte Familienbetriebe verteilt ist, kann eine Belieferung des LEH aus heutiger Sicht auch in den kommenden Wochen garantiert werden. Außerdem wird aktuell ein Pool an Erntehelfern generiert, um für den Fall eines Engpasses rasch handeln zu können. Bewerbungen sind willkommen (E-Mail: bewerbung@lgv.at), teilt Genossenschaftsvorstand Josef Peck mit. Neue Mitglieder aus der Steiermark LGV Sonnengemüse startet nach der Verschmelzung der beiden Erzeugerorganisationen (LGV Gärtnergemüse und Seewinkler Sonnengemüse) in die erste gemeinsame Saison und trägt damit wesentlich zur Versorgung Österreichs mit frischem Gemüse bei. Erzeugt wird in Wien und dem angrenzenden Marchfeld auf rund 250 ha, vorwiegend im geschützten Anbau und mit kurzen Transportwegen. Durch diese weltweit einzigartige Stadtlandwirtschaft kann sich Wien während der Saison komplett mit Gemüse selbst versorgen. Das Anbaugebiet im Burgenland liegt im Seewinkel, wo das Gemüse auf rund 240 ha großteils im Freiland kultiviert wird. Die Kompetenz und Erfahrung der LGV Sonnengemüse im Anbau und in der Vermarktung kommen ab sofort auch 17 steirischen Gemüsebauern zugute. Sie werden mehr als 500.000 Stück Feldgurken sowie 1.500 t Paradeiser und Ochsenherzparadeiser über die Genossenschaft vermarkten. Neu im Sortiment sind zudem Spargel, Kren und Käferbohnen aus der Steiermark. LGV Sonnengemüse erwartet sich durch diesen Mitgliederzuwachs auch neue Impulse und Ausweitungsmöglichkeiten bei Bio-Produkten im Freiland und im Folientunnel. Die Mitgliedsbetriebe in den drei Bundesländern sortieren und verpacken ihre Produkte vor Ort und vermarkten sie auch im Umkreis, um größtmögliche Regionalität und Frische zu gewährleisten. In der laufenden Saison wird die LGV Sonnengemüse mehr als 3 Mio. Euro in Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung, Ressourcenschonung, Energieeinsparung und Verpackungsvermeidung investieren. In Versuchen werden alte Sorten reaktiviert und neue getestet Gemüse, speziell regionales, gewinnt in unserer Ernährung zunehmend an Bedeutung. „Der Wunsch der Konsumenten nach Geschmack und Qualität wird immer deutlicher formuliert. Optisch ansprechende Produkte laden zum Erstkauf ein, für den Wiederholungskauf ist der Geschmack entscheidend. In diese Richtung wollen wir gemeinsam mit unseren Familienbetrieben arbeiten. Durch die Nähe zum Kunden haben wir die besten Voraussetzungen dafür, unsere Ware auch in Zukunft erfolgreich zu vermarkten“, erklärt Peck. Dem Einzug asiatischer Gerichte und Zutaten in die heimischen Küchen folgend, wird auch die LGV Anbauversuche mit asiatischen Sorten wie zum Beispiel Okra, Wokcue-Gurke oder Schotenrettich vornehmen. Ingwer wird bereits seit zwei Jahren erfolgreich von Seewinkler Sonnengemüse kultiviert. Ebenso sollen gemeinsam mit den Gärtnern und Gemüsebauern im Rahmen von Anbauversuchen verstärkt alte Gemüsesorten reaktiviert und neue, gut schmeckende getestet werden. Außerdem startet im Herbst 2020 eine Kooperation mit der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Schönbrunn, bei der unter der Leitung von Wolfgang Palme ein Anbauversuch mit Wintergemüse- und -salaten im Freien sowie im unbeheizten Glashaus/Folientunnel klimaneutral, ohne CO2-Ausstoß geplant ist. Vor Weihnachten sollen bereits Radieschen, Wintersalate, frischer Mangold, Kohl und einiges mehr geerntet werden können. Ausweitung des Bio-Angebots angestrebt Nach biologischen Richtlinien werden bei der LGV Sonnengemüse derzeit mehr als 20 Gemüsearten (Gurken, Mini-Gurken, Pfefferoni, diverse Paradeiser, Radieschen, Frühkartoffeln, Süßkartoffeln etc.) von zwölf Familienbetrieben angeboten. Die Anbauflächen wurden in den letzten Jahren langsam, aber stetig erweitert. Hauptsächlich befinden sich diese im Seewinkel. Heuer kommen zusätzlich vorhandene Bio-Flächen in der Steiermark dazu. Der Bio-Anteil an der Gesamtproduktion beträgt knapp 3,5% (1,4 t). (aiz)