17.03.2020

Coronavirus: BMLRT und LKÖ antworten auf häufigste Fragen der Landwirte

Durch die rasche Ausbreitung des Coronavirus steht auch die heimische Land- und Forstwirtschaft vor großen Herausforderungen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) hat daher in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer Österreich einen Katalog erstellt, in dem Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema aus agrarischer Sicht gegeben werden. Diese FAQ-Liste ist hier zu finden, sie wurde über das Wochenende aktualisiert und ergänzt. So gibt es jetzt auch Informationen zu den Bereichen Agrarhandel, Betriebsmitteleinkauf, AMA-Kontrollen sowie zur Fristverlängerung für Mehrfachanträge. (Anmerkung der Redaktion: Nachdem es in dieser Ausnahmesituation zu sehr kurzfristigen Änderungen kommen kann, wird an dieser Stelle immer der aktuelle Info-Stand inklusive Uhrzeit vermerkt, also in dem Fall: 16. März 2020, 11:00 Uhr).


„Unsere bäuerlichen Familienbetriebe versorgen die österreichische Bevölkerung zuverlässig mit ihren regionalen Rohstoffen und Lebensmitteln“, betonen BMLRT und LK Österreich. Sie weisen in diesem Zusammenhang auf wichtige Klarstellungen hin: Lebensmittelproduzenten, Direktvermarkter, Bauernläden und der Ab-Hof-Verkauf sind als Versorgungseinrichtungen definiert, die Einschränkungen der Öffnungszeiten gelten für sie nicht. Bauernmärkte als Lebensmittelversorger können daher weiterhin offen bleiben. Für Heurigen und Buschenschanken gelten dieselben Regeln wie für die Gastronomie - sie dürfen ab morgen, Dienstag, nicht mehr geöffnet sein.

Die Waren- und Arbeitsfreizügigkeit (Saisoniers) bleibt aufrecht. Hier sind die heimischen Behörden und landwirtschaftlichen Interessenvertreter in engem Kontakt mit den Nachbarländern, um dies auch zukünftig gewährleisten zu können.

Betriebs- und Futtermittel sowie Saatgut für die landwirtschaftliche Produktion sind ausreichend vorrätig. Für den Agrarhandel (Lagerhäuser) gelten die aktuellen Einschränkungen der Öffnungszeiten nicht.

Fristverlängerung für Mehrfachanträge

Aufgrund der derzeitigen Lage findet bis auf weiteres kein Parteienverkehr und keine Annahme von Mehrfachanträgen (MFA) bei den Landwirtschaftskammern, Bezirksbauernkammern und deren Außenstellen statt. Die Onlinebeantragung für Landwirte ist aber weiterhin möglich. Die Einreichfrist für die Mehrfachanträge wird über den 15. Mai ausgeweitet. Des Weiteren werden die Vor-Ort-Kontrollen, insbesondere der AMA, ab sofort auf das absolut notwendigste Maß eingeschränkt.

Tierversteigerungen dürfen in gewohnter Form nicht mehr abgehalten werden

Die Ausgangssperren und das Verbot von Versammlungen von mehr als fünf Personen gilt für landwirtschaftliche Betriebe nicht. Sie gelten als kritische, systemerhaltende Infrastruktur. Das heißt, landwirtschaftliche Betriebe können ihrer Tätigkeit möglichst uneingeschränkt nachgehen, Feldarbeit ist also nach wie vor möglich. Auch hier sind die notwendigen Hygienemaßnahmen zwingend einzuhalten.

Tierversteigerungen und Tierabsatzmärkte dürfen in der gewohnten Form nicht mehr abgehalten werden. Ausnahmen sind unter der Voraussetzung möglich, dass Personenkontakte auf ein absolutes Minimum reduziert und die Vorgehensweise eng mit der Behörde abgestimmt wird. Einheitliche österreichweite Standards sind dazu in Erarbeitung.

Für den Agrarhandel (Lagerhäuser) gelten die aktuellen Einschränkungen der Öffnungszeiten nicht. Das gilt auch für Gartenbaubetriebe und Produzenten von Pflanzensetzlingen.

Ausbreitung des Coronavirus muss verhindert werden

Das Agrarressort und die LK Österreich stellen erneut fest, dass eine weitere starke Ausbreitung des Coronavirus unbedingt verhindert werden muss. Die Gesundheit der Bevölkerung stehe an oberster Stelle. Wichtig sei daher, dass Betriebsführerinnen und Betriebsführer den Anordnungen der Behörden unbedingt Folge leisten. Verdachtsfälle seien sofort unter der Nummer 1450 zu melden, wird betont.

Auf www.bmlrt.gv.at stehen laufend aktualisierte und ergänzte Informationen zum Thema Coronavirus zur Verfügung. Diese betreffen neben der Landwirtschaft auch die Bereiche Tourismus, Wasser und Lebensmittel sowie jene Maßnahmen, welche die Bundesregierung trifft, um die Sicherheit der Bevölkerung bestmöglich zu gewährleisten. (aiz)