27.01.2020

Heimischer Zuckerrübenanbau durch steigende Hürden immer stärker gefährdet

Im Burgenland haben im Vorjahr 203 Landwirte auf insgesamt 1.936 ha Zuckerrüben kultiviert und eine Erntemenge von 124.712 t eingebracht. Das sind ein Flächenrückgang von 35 % sowie ein Ernteminus von 37 % gegenüber 2018. Gründe für diese drastische Verringerung sind, nach dem Preisverfall vor über zwei Jahren, nun zunehmende Hürden in der Bewirtschaftung. Dazu kommen immer wiederkehrende Wetterkapriolen, die extreme Trockenheit und das Verbot von Pflanzenschutzmitteln sowie die Verweigerung der Notfallzulassung durch die Landesregierung. Aufgrund dieser Entwicklungen enthielten die zentralen Forderungen bei der gestrigen 57. Vollversammlung des Burgenländischen Rübenbauernbundes das Bekenntnis zur produzierenden Landwirtschaft und zum modernen Pflanzenschutz. Die burgenländischen Landwirte dürften in diesem Zusammenhang nicht schlechter behandelt werden als ihre österreichischen Kollegen, wurde betont.

Thomas Resl von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen zeigte die wirtschaftliche Perspektive des Zuckerrübenanbaus und ihre Bedeutung für das bäuerliche Betriebseinkommen auf. Sein anschaulicher und praxisnaher Vortrag untermauerte, dass die Zuckerrübe im Burgenland Zukunft haben wird.

Agrana-Dreijahresvertrag

Um die heimischen Rübenbauern abzusichern und die Versorgung mit regionalen Zuckerrüben zu gewährleisten, bietet die Agrana den Landwirten einen Dreijahresvertrag an, der einen Mindestpreis pro Tonne Zuckerrübe garantiert. „Das sichert nicht nur das Einkommen, sondern auch die Existenz unserer Rübenbauern. Er macht die Bewirtschaftung wieder attraktiv. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Landwirte auch weiterhin diese regionstypische Pflanze anbauen können und sich die Bewirtschaftung lohnt. Ist das nicht der Fall, wird Ware aus dem Ausland importiert. Das führt zu einem Verfall unserer Kulturlandschaft und ist nicht im Sinne des Klimaschutzes“, plädiert Markus Fröch, Präsident des Burgenländischen Rübenbauernbundes.

Zuckerrübenpreis: Licht am Ende des Tunnels

Brasilien verwendet heuer zwei Drittel seiner Zuckerrübenerzeugung für die Treibstoffgewinnung. In Thailand und Indien gibt es Missernten. Damit steht dem Weltmarkt weniger Zucker zur Verfügung, was die Hoffnung auf bessere Zuckerpreise nährt. (aiz)