11.11.2019

OÖ Bauernbund warnt vor bewusster Falschinformation zu Schweinefutter

Der Oberösterreichische Bauernbund reagiert empört auf die entbrannte Diskussion über gentechnisch verändertes Futter in der Schweinehaltung und spricht von bewusster Falschinformation. „Wenn es darum geht, den österreichischen Bauern zu schaden, sind manche NGOs immer vorne mit dabei. Dass aber auch der Öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Qualitätsmedien auf diese Masche reinfallen und die Aussendungen unreflektiert wiedergeben, ist einfach unseriös und tendenziell“, kritisiert der OÖ Bauernbund scharf. Greenpeace führte eine Marktstudie in Bezug auf den Einsatz von gentechnisch veränderten (GV) Futtermitteln bei Schweinen durch. Die Studie kam zum Ergebnis, dass nur in einem von zehn in Supermärkten untersuchten Fällen „gentechnikfreies“ Schweinefleisch angeboten wurde.

„In der Studie wird geschrieben, dass es sich um 'gentechnisch belastetes' Fleisch handle. Hier liegt eine bewusste Falschinformation vor, welche auf dem Rücken der österreichischen bäuerlichen Familienbetriebe ausgetragen wird. Die Konsumenten werden bewusst falsch informiert. Es wird etwas skandalisiert, was kein Skandal ist. Die 'Schweinderl', die bei uns in Österreich zu Hause sind, sind nicht genetisch verändert. Die Schweine werden nur teilweise mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert", argumentiert OÖ Bauernbund-Direktorin Maria Sauer. „Der Verzehr von Schweinefleisch, welches mit GV-Futter erzeugt wurde, ist als völlig unbedenklich einzustufen. Dies belegen zahlreiche Studien. Diese Art der Panikmache ist unverantwortlich und ruinös für unsere Bäuerinnen und Bauern“, so Sauer weiter.

„Fairtrade“ für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern

„Die Preise für viele Lebensmittel im Handel sind sehr niedrig. Vor allem im Fleischbereich wird mit Aktionen gelockt. Die hohen Standards, die in Österreich verlangt werden, werden nicht abgegolten, und damit findet eine gerechte Entlohnung der Bauern seitens des Handels leider nicht wirklich statt. Damit die Höfe fortbestehen können, müssen Landwirte daher eine straffe Kalkulation ihrer Kosten durchführen. Dazu kommt auch, dass Soja beziehungsweise anderes Eiweißfutter aus Österreich in der benötigten Menge nicht verfügbar ist und dieses Futter wesentlich teurer wäre. Eine Rechnung, die sich nicht ausgeht. Aber auch aufgrund solcher immer wiederkehrenden Falschmeldungen geben Bauern ihren Hof auf. Da rufen alle lautstark nach Klimaschutz. Wenn es aber darum geht, die einzige Branche zu unterstützen, die Klimaschutz durch die Bewirtschaftung von Wiesen, Feldern und Wäldern macht, ist die Solidarität enden wollend“, findet Sauer klare Worte.

„Wenn das Bauernbashing weiterhin in dieser Form stattfindet, kann man ja dann immerhin die Lebensmittel von dort importieren, wo es gerade am billigsten ist. Ich bin gespannt, ob die NGOs für diese Herkunft und Produktion auch Studien veröffentlichen. Ich fordere dringend, solche falschen Informationen nicht zu veröffentlichen. Unsere Bäuerinnen und Bauern verdienen sich ordentlich recherchierte Berichterstattungen. Sie sind auch gerne bereit zu zeigen, wie sie wirtschaften, wie es den Tieren auf den Höfen geht und was gefüttert wird“, betont Sauer. (aiz)