Steiermark: Diabrotica- und Bienenschäden 2011 PDF Drucken E-Mail

maiswurzel_kaeferNach dem im vorigen Jahr erstmals mehrfach beobachteten Käferflug wurden im Raum Bad Radkersburg heuer erstmals sichtbare Schäden durch den Maiswurzelbohrer sowohl in Körner- als auch in Saatmais festgestellt, wobei es sich bei der Körnermaisfläche um nicht insektizid-gebeiztes Saatgut handelte. Während also vor zwei Jahren nur sehr vereinzelt freie Käfer gesichtet wurden, hat sich das Problem durch den Wegfall der Beize in den seit 2005 befallenen Gebieten rasch hochgespielt. Fraßschäden an den jungen Maiswurzeln führten zu den typischen Gänsehals-Symptomen an den Maispflanzen.



Die geschlüpften Käfer fraßen an Blättern, später auch an Narbenfäden und Pollen. Ende August lagerte auf dem beobachteten Standort der Mais stellenweise.
Auf den mehrjährigen Mais-Vermehrungsflächen wurde neben der Saatgutbeize auch schon häufig eine Blattbehandlung gegen die Käfer durchgeführt.
Ein neuerliches Aussetzen der insektiziden Spezialbeize (oder ein etwaiges Verbot) wird die Schäden im kommenden Jahr vervielfachen. Die Fangzahlen in den Pheromonfallen des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung steigen jährlich weiter an. So wurden in befallsstarken Gebieten bis zu 900 Käfer pro Woche gezählt. Eine verschärfende Rolle spielt dabei auch der Steirische Ölkürbis, da der wertvolle (eiweißreiche) Nektar der bis in den Spätherbst blühenden Pflanzen die Vitalität und die Vermehrungsrate des Maiswurzelbohrers offenbar begünstigt. Zudem ist in der Nähe von Kürbisfeldern mit einer höheren Eiablage in Maisfeldern zu rechnen.


Bienenschäden 2011

In der Steiermark gab es ca. 30 Imker mit Verdachtsfällen bei ca. 50 Ständen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Verdachtsmeldungen damit weniger geworden. Nach einem erhöhten Totenfall ist das Ausmaß der Schädigungen über die Saison hin aber oft schwierig zu schätzen. Die Honigernte der betroffenen Imker wurde noch nicht gemeldet. Die Überprüfungen der Beizqualität ergaben, dass der Grenzwert niemals überschritten wurde. Gebeiztes Saatgut wurde gegenüber dem Vorjahr um ca. 50 % weniger ausgesät. Insofern sind die Schadensfälle nicht gleichermaßen reduziert.

Da die Probleme sich oft bei denselben Standorten wiederholen, sind verstärkte Kontrollen und eine genauere Untersuchung der Bienenvölker über die Saison in diesen Gebieten auch von großem Interesse für die Landwirtschaft.Kein Mais auf Mais bzw. ein Beizverbot würde die Landwirtschaft in diesen maisintensiven Lagen grundlegend ändern und vielfach die Betriebe ruinieren.



Autor:
DI Peter Klug, LK Stmk.